Es ist mal wieder Montag – so weit, so unspektakulär. Aber…Ihr wisst ja, wie sehr ich Montage liebe. Heute ist es aber in der Tat gar nicht so schlimm. Wobei ich vergessen habe, Euch die allerwichtigste Info zu geben: Heinz. Nein, das ist nicht die komplette Aussage, obwohl der Typ an sich schon ausreichend wirkt. Doch worauf ich eigentlich hinaus will: Heinz is back in the hood. Wem die Aussage auch noch nicht reicht: Heinz bleibt der Firma erhalten und geht nicht. Gut, mich hat’s jetzt nicht wirklich überrascht. Wen hingegen schon? Richtig, meinen Chef. Er konnte es weder fassen, noch verstehen. Ich komme nicht umhin, es so zu kommentieren: „Ihr könnt Euch doch nicht jahrelang so was züchten, ihm dann sagen, er könne wählen – gehen mit Abfindung oder bleiben – und dann auf die plötzliche Erleuchtung seinerseits hoffen.“ Hat er aber anscheinend schon… und droht mir dann: „Bei da neu’n Chefchefin wiad oba a ganz a andra Wind wehn fürn Heinz. Des sog i Dia glei!“ Wieso sagt er es mir? Er sollte Heinz drauf vorbereiten.

Das Highlight der heutigen Teamrunde? „Helsi“. Was das heißt? Das wisst Ihr echt nicht? „Es wiad a helsi coana gebm.“ Mitten in Helsinki? Nö, in der Kantine. Was damit gemeint ist? Wir bekommen eine neue Kantine. Diese wird eine Pizza-/Pastaecke bekommen, eine Salatbar, ein paar andere Ecken ebenfalls…unter anderem eben auch eine „füa helsi fuut. Ääääh…i schätz a mol so vegaaans Zeig.“ Göttlich. Wenn ich so was höre, dann ist mein Tag fast perfekt. Da braucht´s gar nicht mehr viel. Meine liebe Kollegin schreibt mir auch prompt per What´s App, wir sollten doch einfach mal nur den Ton genießen – gar nicht auf die selbsterklärenden Folien schauen, einfach nur dem Ohr diesen Schmaus gönnen. Da könnte man glatt ein komplettes Bühnenprogramm draus machen, mutmaße ich. Herrlich. Einfach herrlich. Derweil fachsimpelt der gute Heinz, was der Trainer von England gestern hätte besser machen können. Interessiert mich in etwa so wie „da helsi Coana“. Ich bin ein Miststück, ich weiß. Manches ändert sich einfach nie.

Der Tag ist recht gut gefüllt, was mir ja auch gefällt. Der vierstündige Workshop, zu dem ich mich quasi selbst eingeladen habe, läuft auch rund. Tom, einer der Teilnehmer, kenne ich seit nahezu Beginn meiner Tätigkeit dort. Natürlich träller´ ich ihm entgegen: „Da freuste Dich, dass Du mal wieder die rheinische Frohnatur mit ihren Superlativen um Dich hast, gell?“ Er grinst nur breit: „Woaßt scho: Des bas´d scho.“ Bayern und Rheinland – da prallen einfach Welten aufeinander, und gerade deswegen passt es vermutlich so gut. Was ich nicht wusste: Tom hat Hühner. 26 Stück an der Zahl. Und Bienen! Entrüstet frage ich: „Wieso habe ich noch nie Eier von Dir bekommen???“ Lasst das mal nachwirken. In einer Runde von ausschließlich Männern, ist das nicht unbedingt der schlauste Spruch. Letztlich sind mir seine Eier nahezu genauso egal, wie die Eier seiner Hühner. Interessanter finde ich in der Tat den Honig und eventuell Propolis. Bei Propolis zuckt er: „Jo, konnst scho ham. Musst holt nua aus die Wabn selbst rausziagn.“ Nee, nee, so habe ich mir das natürlich nicht vorgestellt. Aber was ich mir schon so vorstelle, entspricht ja leider eher selten der Realität.
Wir lachen viel, was mir einfach mal wieder zeigt: Ja, Home Office ist gut und schön. Ich werde es auch weiterhin betreiben. Aber vor Ort ist eben gleich eine ganz andere Dynamik da. So ist ein Arbeiten in einer Runde echt ergiebiger. Gut, für die Jungs heißt das leider auch: Die Olle nervt mal wieder mit W-Fragen und erklärt, warum die oft sinnvoller seien als geschlossene Fragen. Und sie hören mir auch brav zu, warum Loben und Erfolge Feiern so wichtig sind. Ich biete ihnen sogar an, bei Teamevents außerhalb der Arbeitszeit zu unterstützen und die Mitarbeiter mit doofen Spielen zu quälen, damit sie wieder zu mehr Gemeinschaft zurückfinden. Man darf gespannt sein, ob sie das zeitnah umsetzen können. Denn eines ist mir jeden Montag aufs Neue sicher: Mein Team wird nicht mein Team bleiben – andernfalls müsste ich Amok laufen, mich selbst verletzen oder ein Bühnenprogramm dazu schreiben. Zu allen dreien habe ich wenig Lust. Es hilft also nur der Wechsel.

Apropos Bühnenprogramm: Was ich in der Tat immer mehr denke, ist die Idee, eine Werks-Theatergruppe zu gründen. Warum eigentlich nicht? Klingt erstmal komisch. Es wird auch viele nicht überzeugen. Aber muss es das? Ich glaube, an der Idee feile ich noch ein wenig rum, bevor ich dann meinen Betriebsratsspezl anpiekse und frage, wie ich das am besten angehe. Was ich tu´, wenn Heinz sich meldet? Wird er nicht…aus vielfältigen Gründen: Er ist a) ausschließlich im Home Office, hat b) Angst vor mir (wieso nur? Ich beiße nur, wenn mich darum bittet – und auch dann nur, wenn mir mein Gegenüber lecker erscheint…und das tut er mal so gar nicht!) und c) kann er sich nicht freiwillig zum Deppen machen – auch wenn er es oft trotzdem tut, aber nur unfreiwillig.
Wir werden sehen. Vielleicht ist jeder Gedanke gerade eh vergebens, denn morgen erhalte ich nach bereits drei Wochen meine zweite Impfung. Wer weiß, welchen weiteren Schaden das meinem Hirn zufügen wird? Wobei…noch mehr lala kann ich kaum werden. Gerade bin ich überdreht. Tja, auf Regen folgt Sonnenschein, hm? Ich hoffe nur, dass gefühlstechnisch nicht auch noch Unwetter folgen, wie die Natur das gerade munter vormacht. Es bleibt, was es ist: Das Leben.

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