Kennt Ihr das? Das Gefühl, Ihr seid berauscht vom Leben? Ihr habt soooo viele Ideen im Kopf…und das Einzige, was Euch hindert, ist der fehlende Mut. Immer wieder höre ich, wie mutig ich doch sei. Dabei bin ich so oft ein Hasenfuß. Wobei…naja, ganz so ein Hasenfuß natürlich auch nicht. Ich mache mir einfach immer einen riesigen Kopf um alles, was schiefgehen könnte. Und vor allem, dass ich nicht genügen könnte. Ich laufe dann nicht weg, obwohl der Drang in mir ganz groß ist. Da helfen dann nur die Hörner, die es einfach nicht zulassen, zu kneifen. Erneut ein Hoch auf meine Bockigkeit! Aber viele Ideen verpuffen, weil ich nicht die Traute habe, mir ein Nein abzuholen. „Vermeidung“ heißt da das Zauberwort. Und hey, das sollte auch eine olympische Disziplin werden. Dann hätte ich echt Chancen auf die Goldmedaille. Ich bewundere die Leute, die einfach wagen. Die gar nicht nachdenken und ins Abenteuer springen. Da holt man sich bisweilen mal eine blutige Nase. Nur jammert man dann am Ende des Lebens nicht verpassten Chancen hinterher.

Gestern erst habe ich mit einer lieben Freundin telefoniert und gesagt, wie wenig Not ich gerade hätte. Und das stimmt auch. Es gibt keine großen unmittelbaren Sorgen, Nöte oder gar einen Druck. Da ist es (leider) möglich, sich um unwichtige Dinge im Leben einen Kopf zu machen (wobei hierbei ja auch viel Kreativität freigesetzt wird). Bei all den Bildern in den Nachrichten komme ich mir dann schäbig vor, worüber ich mir da derzeit graue Haare wachsen lasse. Dabei ist es wohl nur „normal“. Wenn wir Menschen im Überlebensmodus sind, dann funktionieren wir. Da wird nicht mehr viel gedacht, sondern alles ist auf Automatismus ausgerichtet. Auf der anderen Seite steht da die vermeintliche Sorglosigkeit. Ich habe ein Dach überm Kopf, einen Job, Freunde, Familie und meine Freiheit. In solchen Momenten stelle ich mir dann immer die Sinnfrage. Irgendwie pervers, wenn man den Blick Richtung weggebrochener Existenzen lenkt. Und doch wieder auch menschlich. Dabei denke ich nicht darüber nach, wie ich mehr Kohle scheffeln oder auf der Karriereleiter nach oben purzeln könnte. Mir geht es eher darum, etwas zu hinterlassen. Klingt auch pathetischer, als es vermutlich ist. Trotzdem… Mich beschäftigt die Frage, was ich tun kann, um mehr Menschen zu erreichen? Nein, nicht hier bei WordPress. Das dient in erster Linie dem Sortieren meiner Gedanken. Ich möchte einfach mehr bewegen. In den Geschichtsbüchern soll nachher nicht mein Name prangen. Aber ich möchte eben auch nicht völlig bedeutungslos sein. Ganz schön vermessen, hm?

Es gibt Menschen, die können sich so gar nicht vorstellen, wie Ihr Leben anders aussehen könnte. Die haben keine Phantasie, was (noch) alles möglich wäre. Bei mir ist es eher das Überangebot an vielen Möglichkeiten. Ich sprudele bisweilen vor Ideen. Aber da ist die Sorge, wenn ich eine davon weiterverfolge, andere hinter mir lassen zu müssen. Wer mag schon das Wort Verzicht – oder vielmehr das Gefühl, das dieses Wort auslöst? Und wer garantiert mir, dass ich mich für die richtige Idee entscheide? Niemand. Wäre ja auch noch schöner. Trotzdem hätte ich das in meiner Pippi-Langstrumpf-Haltung manchmal gerne. So, wie andere vermutlich gerne hätten, neue Ideen entwickeln zu können. Die einzige Person, die mich bei all meinen Überlegungen wirklich bremst, bin ich. Und ja, da kann ich immer wieder betonen, dass ich so erzogen wurde. Mädchen dürfen sich nicht verwirklichen. Aber diese alten Anker, die in der Erde feststecken, sind im Grunde doch längst durchgerostet. Es gibt da so ein sehr schönes Bild, von einem Pferd, das an einem Plastikstuhl festgemacht ist. Im Grunde könnte es jederzeit gehen, aber es denkt eben, es werde festgehalten. Es ist also alles mehr oder weniger nur in unserem Kopf. Da heißt es doch immer, Einsicht sei der erste Schritt in Richtung Besserung. Das stelle ich bei mir nur bedingt fest. Ich habe viiiiel Einsicht. Die Besserung lässt hingegen ganz schön lange auf sich warten. Und das bei meiner Geduld! Ich sage es immer wieder: In meinem Kopf will auch keiner von Euch wohnen. Aber so erkennt Ihr bisweilen vielleicht, wie „normal“ Ihr seid. 🙂 Hat doch auch was, gell?

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