Es ist schwül, der Himmel ist bedeckt….oooooh ja, heute wird’s noch richtig gewittern. Darauf freu´ ich mich ja schon riesig. Ich weiß, wie verheerend das Wasser zuletzt war. Trotzdem berauscht Gewitter mich jedes Mal aufs Neue. Bei uns soll es allerdings erst abends scheppern. Dabei frischt der Wind bereits jetzt schon auf. Allerdings nur kurzzeitig…da fallen sogar fünf Tropfen Regen. Ich frage mich, ob man diesen Mückenpipi wirklich als Regen bezeichnen darf?

Ich bin zum Frühstück verabredet und – getreu meiner Eigenart – viel zu früh. Nein, es ist kein Date, sondern ein Treffen mit einer ehemaligen Kollegin. Die ist arg gebeutelt durch Corona. Ihr Job ist voll ok. Das ist es gar nicht. Sie ist schlichtweg überfordert. Und das sehe ich bei einigen, was mich so erstaunt. Die Unterhaltungen mit manchen in den letzten Wochen, machen mich immer wieder nachdenklich. Die Aussage dieses Mal? Wir hätten unsere „alte Normalität“ noch nicht wieder zurück. Ich bezweifle ja, dass wir diese je wiedererlangen. Und ich bezweifle auch, ob das so gut wäre? Es ist diese Haltung, wir hätten uns das schließlich verdient, die mich dann immer wieder schockiert. Womit haben wir uns das verdient? Mit der Tatsache, in einem westlichen Industriestaat geboren zu sein? Darauf hatte ich herzlich wenig Einfluss. Gerade von denen, die schon mehrfach dieses Jahr in Urlaub waren – wohlgemerkt Flugreisen – höre ich diese Empörung, wie beschnitten wir ja immer noch seien. Ääääh…manchmal frage ich mich, ob ich da noch ganz richtig ticke? Vielleicht ist es ja echt so, dass ich so stumpf geworden bin? Möglich ist das durchaus… Und passend dazu häufen sich die Meldungen von Mallorca-Urlaubern, die es erschütternd fänden, nach ihrer Rückkehr in Quarantäne gehen zu müssen. Bei der Entwicklung frage ich mich eher, wie sie so naiv sein konnten, dies nicht einzukalkulieren? Nee, das hätte die böse Regierung bitte schön eher ankündigen müssen. Das passt doch hervorragend zur Abrechnung mit Angela Merkel, die gerade auf Hochtouren läuft. Schade… wirklich schade. Und verdammt unverdient.

Auf der anderen Seite lerne ich gerade für mich spannende Leute kennen. Morgen bin ich verabredet mit einem netten Menschen aus Berlin, der mich gefragt hat, ob wir uns gegenseitig einmal coachen wollten? Ich habe natürlich geantwortet, dieser Deal sei kein fairer – habe er doch viiiiiel mehr Erfahrung als ich. Doch das hat er nicht gelten lassen, denn darauf käme es nicht an. Er ist auch einer von diesen Idealisten, die nicht aufgeben, die Welt jeden Tag ein bisschen besser machen zu wollen…ganz ohne Zeigefinger. Einfach nur mit Verständnis, Eröffnen neuer Blickwinkel und dem „einfachen“ Zuhören. Ich bin gespannt, wie es wird. Von ihm direkt habe ich erstmals von dem Begriff „Holokratie“ gehört. Wen das interessiert: Darüber findet Ihr einiges bei Google. Das ist garantiert auch nicht der Weisheit letzter Schluss, aber es kommt meiner Denke doch sehr nahe. Hierarchien, wie wir sie klassischerweise kennen, haben immer mehr ausgedient. Nur ist das in großen Konzernen noch nicht angekommen. Es wird auch noch dauern, bis sich die „alten Tanker“ einem Kurswechsel verschreiben. Nur einfach abzuwarten, kann es auch nicht sein, oder? Und da meine Energie und Leidenschaft mit reinzustecken, finde ich wahnsinnig interessant.

Über diesen neuen Bekannten bin ich auch auf jemand anderen aufmerksam geworden. Denn so, wie sich wohl die Querdenker und Kotzbrocken der Welt zusammenrotten, können sich auch die anderen zusammentun und in den Austausch kommen. Kurzentschlossen habe ich mich diese Woche für eine Resilienz-Ausbildung angemeldet, die Mitte August stattfinden wird. Mein größtes Dilemma: Ich kann nicht alles lernen, was mich interessiert, denn dann müsste der Tag mehr Stunden haben und das Leben deutlich länger dauern. Es ist so spannend, was es alles gibt! Da bin ich, wie ein Kind im Süßwarenladen: Es funkelt mich so unendlich vieles an, dass ich aufgrund der Fülle kaum weiß, was ich als Erstes probieren soll? Alles immer Schritt für Schritt, ich weiß. Mir ist allerdings mehr nach Rumhüpfen – kreuz und quer. Oder ich stelle mir vor, ich bin eine Biene (wobei Hummel eher zu meinem Hintern passen würde). Ich kann doch nicht nur die roten Blumen ansteuern, sondern will auch wissen, wie die gelben schmecken. Und die rosafarbenen duften auch einfach so verführerisch. Meine Mom wird ja nicht müde, zu betonen: „Hätte Dir das mal früher jemand erzählt!“ Nur weil ich viel von dem Rotz, der in unseren Schulen gelehrt wird, gähnend langweilig fand. Tatsächlich kann ich mir derzeit nicht vorstellen, jemals nicht mehr lernen zu wollen. Damit meine ich nicht das unsägliche Auswendiglernen (das ich gerade tun müsste, vor dem ich mich aber immer noch erfolgreich zu drücken weiß). Ich meine neuen Input, der das Hirn so richtig ins Rotieren bringt, der einen beflügelt, weiterzuspinnen und mehr bewegen zu wollen.
Insofern ist es ein spannendes Wochenende mit neuem Input, neuen Sichtweisen, neuer Inspiration. Also alles ganz nach meinem Geschmack. Und dazu noch Gewitter am Abend. Halleluja…wenn das mal kein Grund für gute Laune ist! Juchuuuuuuu, ich bin wieder mal ein Glückskeks.

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