Ist das schön…einfach mal nichts zu müssen. Und die Tage fliegen trotzdem nur so dahin. Am Dienstag war es manches, aber echt kein Kinderspiel, ins Rheinland zu fahren. Der Süden wollte mich wohl in seinen Fängen halten. Kann ich verstehen. Die brauchen eben auch gut gelaunte, freundliche Menschen und nicht nur Grantler. 🙂 Dafür haben sie extra Frau Holle angemorst, damit sie mal kräftig ihre Kissen ausschüttelt, doch das konnte mich nicht abhalten. Zwischendurch war das Fahren allerdings echt ungemütlich. Kennt Ihr dann diese Leute, die meinen, sie müssten trotzdem volle Lotte links außen über die Autobahn heizen – auch wenn nur zwei Spuren geräumt sind? Für gefühlte 3 Sekunden war ich dann mal komplett ohne Sicht. Wenn ich könnte, wie ich wollte, würde ich so jemandem dann gerne das Lenkrad ins Gesicht schrauben.
Die Fahrt hat auch ordentlich mehr Zeit in Anspruch genommen, als das normalerweise der Fall ist. Dafür wurde ich standesgemäß mit einem Stück Reisfladen belohnt. Ich weiß, ich weiß: Das können sich Menschen außerhalb des Rheinlands nicht so richtig vorstellen. Ein Fladen, der mit Milchreis belegt ist und obenauf mit karamellisiertem Zucker seinen Abschluss findet. Ich sage Euch, das ist ein Gedicht! So stelle ich mir den Himmel vor: Jeden Tag was mit Milchreis…und Zimt…mmmmh.

So richtig Feierabend war dann doch nicht für dieses Jahr. Ich hatte noch zwei Tage Fortbildung – leider im Online-Modus. Mein Headset hat sich nach anderthalb Jahren auch verabschiedet. Das Mikro funktioniert leider nicht mehr. Dabei war das kein Billigramsch. Entsprechend arbeite ich über die normale Mikro-Laptop-Funktion. Und das bei einem Lappi, der jetzt auch schon elf Jahre alt ist. Die Lüftung verursacht bei den anderen ein Geräusch, als würde im Hintergrund ein Rasenmäher laufen. Und als wäre das nicht genug, schaltet sich der Gute einfach zwischendurch komplett ab. Dann wird der Bildschirm schwarz, und ich muss neu starten. Wäre ich im Stress, würde mich das rasend machen. Das Thema ist allerdings auch keines, das mir wirklich wichtig ist. Daher bleibe ich ruhig und amüsiere mich darüber. Was so eine bestandene Prüfung alles ausmachen kann, hm? Ich würde gerne etwas von dieser „Ommmmm-Stimmung“ konservieren für schlechtere Zeiten. Denn – sind wir mal ehrlich – ruhig, ausgeglichen und vollkommen gechillt, werde ich keinesfall auf längere Sicht bleiben. Das ist schlichtweg nicht mein Naturell. Dabei gibt es Menschen, die viiiiiiel krasser unterwegs sind als ich. Gestern habe ich mit meinem Berliner Bekannten geskypt, der immer fünf Milliarden Projekte am Start hat. Das ist so ein richtiger Flummi, gegen den ich mich wie Rudolph Scharping ausnehme. Für ihn wäre es allerdings auch die Todesstrafe, wenn er einmal Langeweile aushalten müsste. Hin und wieder begrüße ich die ja durchaus. Nur eben nicht allzu lange.

Das Einzige, was mir auffällt: Ich bin dauermüde. Halleluja, ich könnte täglich mittags ein Schläfchen absolvieren. (Nein, das ist KEIN Omikron!) Dabei komme ich mir wie ein altes Ömken vor. Gut, ich bin ja auch schon fast im biblischem Alter angelangt. Hallo?! Wenn man mal danach geht, wie hoch die Lebenserwartung im Mittelalter war, dann bin ich allerdings schon eine Greisin! Siehste! Es kommt eben immer auf den Blickwinkel an. Als gestern alle ausgeflogen waren, habe ich auf der Couch zu lesen angefangen, als mir auch schon die Äuglein zufielen. Der Kindle wurde zur Seite gepackt, der Kopf aufs Kissen gebettet und schwups, war ich weg. Eine Stunde meines Lebens verpennt. Das hat richtig gut getan. Und zur Belohnung? Durfte ich meine Neffen fahren. Der Kleine hat echt eine göttliche Art, nach etwas zu fragen: „Hast Du Lust, uns zum Weihnachtsmarkt zu fahren?“ Was hat das mit Lust zu tun? Ich mache das schon…nur die Frage danach, ob ich dazu Lust hätte, irritiert mich? Das sind aber auch so Redewendungen, die mittlerweile in Mode gekommen sind. Richtig gerne mag ich: „Magst Du vielleicht das Fenster schließen?“ Ich habe eine Kollegin, die das immer fragt. Nein. Wenn überhaupt würde ich von „möchten“ sprechen, nicht von „mögen“. Allerdings hat beides in der Frage nichts zu suchen. Sie kann mich bitten, das Fenster zu schließen. Diese Fehlbenutzung von „möchten“ und „mögen“ ist leider derzeit ja schon Standard. Im Fernsehen hören wir das immer wieder: „Schalten Sie morgen wieder ein, wenn Sie mögen.“ MÖCHTEN! Alter. Mittlerweile wird auf Sprache leider kein oder wenig Wert mehr gelegt. Und das ist so schade, weil wir so eine tolle Sprache haben. Und ja, Sprache entwickelt sich, was ich richtig und gut finde. Nur sollte nicht alles egal sein, oder?
In meiner Fortbildung bin ich auch schon dafür bekannt, wie wichtig mir Sprache ist. Mit ihr kann man sooo vieles erreichen – oder eben auch zerstören. Da kann ich mich nur wiederholen und den Film „Contra“ erneut empfehlen. Wer Sprache allerdings als Firlefanz empfindet, wird diesen Film nicht besonders zu schätzen wissen. Mir geht bei so was echt das Herz auf. Es gibt so manche Bereiche, die mich interessieren. Und daher denke ich auch wieder darüber nach, einen kreativen Schreibkurs anzubieten. Ein paar Interessenten dafür hätte ich schon. Aber wenn ich diesen Kurs durchführe, schreibe ich eher weniger, sondern leite eher an. Ach…die Ideen sind vielfältig. Ich müsste nur mehr Mut haben, mehr umzusetzen. Nicht mehr dieses Jahr, aber dafür dann im nächsten. Ich freu mich drauf. Und Ihr?

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