Heute bin ich müde. Aber in allererster Linie bin ich dankbar. Wofür? Da gibt es einiges. Gerade im Moment überwiegt allerdings die Tatsache, mal wieder heil Zuhause angekommen zu sein. 650 Kilometer reiße ich nicht mal mehr eben so ab. In meinem vorherigen Job hatte ich viel mehr Reisetätigkeit, weshalb ich an ein Leben auf Deutschlands Straßen gewöhnt war. Mittlerweile ist es anders: Ich fahre nur noch kurze Strecken und bin entsprechend platt, wenn ich längere Wege hinter mich bringen muss. Da denke ich doch wieder an Mr. Spock und hänge erneut der Frage nach: Wann kriegen die das endlich mal mit dem Beamen auf die Reihe??? Gestern war ich auf dem Heimweg noch eine Freundin besuchen. Ich habe ihr mitgeteilt, dass ich mich auf die autonom fahrenden Autos freuen würde. Sie hat erstmal gelacht, aber ich meinte es ernst. Wie genial ist das denn bitte, wenn ich mich in ein Auto setze, zwei bis drei Knöpfe drücke und dann gefahren werde? Bei den zig Baustellen und engeren Passagen auf den Autobahnen geht mir schon manches Mal die Lust am Fahren verloren. Oder wenn es regnet, wie die letzte Stunde gestern. Dabei ist es dann auch noch dunkel gewesen. Das mag ich ja so gar nicht. Ich bin schlicht und ergreifend alt. Das wird´s sein. Fahrt Ihr noch gerne weite Strecken und das dann auch im Dunkeln und im Regen? Wenn ja, dann bin eben nur ich schrullig. Damit kann ich auch leben.

So schön es bei der Familie auch immer ist: Wenn ich bei mir zur Tür reinkomme, geht´s mir gut. Heimweh habe ich nie gekannt. Ich habe eine Cousine, die schon früher geheult hat, als es nur für drei Tage nach Aachen ging. Wir reden hier von einer lahmen Messdienerfahrt (ja, auch so was habe ich gemacht). Ich war dann immer bis zum Äußersten gespannt, habe mich gefreut, Zuhause mal rauszukommen, die Nächte durchzumachen und andere Leute zu sehen. Meine Cousine hat schon beim Besteigen des Busses geflennt. Alter! So unterschiedlich können Menschen sein.
Ihre Schwester wohnt heute in Amerika und war über Weihnachten nach zwei Jahren das erste Mal wieder hier. Ich bemerke dann immer die Fassungslosigkeit, wie man sooooo weit wegziehen kann. Dagegen finde ich das cool und aufregend.
Aber zurück zum bei mir nicht vorhandenen Heimweh. Wir waren damals drei Tage weg von Zuhause, was gerade mal 45 Minuten per Auto entfernt war. Wir haben da auch nie wirklich krasse Sachen unternommen. Es war alles harmlos. Außer einmal, als wir eine Geisterbeschwörung abhalten wollten. Da war meine Cousine natürlich auch nicht dabei. Die wirklich harten Sachen (hahahaha) hätte sie nie durchgehalten. Geister haben wir allerdings trotzdem nicht zu Gesicht bekommen. Schade eigentlich. Dabei finde ich Gruselgeschichten am Lagerfeuer immer das Beste.
So habe ich früher ja auch Aktenzeichen XY immer gerne geschaut. Meine Mom wollte das nicht, also habe ich das heimlich gemacht. Ich habe so ziemlich jeden Horror- und Psychostreifen gesehen, der angesagt war, als ich zwischen 11 und 16 Jahre alt war. Von 11 bis 14 war ich freitags immer allein Zuhause, weil meine Sis damals in den Chor eingetreten ist. Da durfte (ich hingegen musste) man erst ab 14 Jahren rein. Das hieß also drei volle Jahre freitagsabends schauen, was ich wollte. Ein Klassenkamerad hat mir damals VHS-Kassetten (für die ganz Jungen unter uns: Das waren die Vorgänger der DVDs) übers Wochenende ausgeliehen. Da war alles dabei: Freitag, der 13., Nightmare on Elmstreet, Das Schweigen der Lämmer, Knight Moves, Poltergeist usw. Hinzu kam noch eine Freundin, deren Mutter die Woche über immer allein mit den Kindern war. Sie hatte keine Lust auf Kinderbeschäftigung und hat uns alle Videos ausgeliehen, die wir sehen wollten. Krass, wenn ich da heute so drüber nachdenke. Damals war das voll cool. Im Leben hätte ich das nicht Zuhause erzählt, denn dann hätte ich meine beste Freundin nicht mehr besuchen dürfen. Wir haben echt den letzten Schund geschaut, aber es war eine tolle Zeit. Gemeinsames Gruseln war einfach das Beste. Heute haben Horrorfilme ihren Reiz für mich verloren, aber Psychothriller liebe ich nach wie vor. Da bin ich so völlig anders als meine Sis.

Und so geht dieses Jahr nun zuende. Was war das spannend, oder?! Nervig…herausfordernd…bunt… erfolgreich…ereignisreich…traurig…verrückt…wild…schön. Es war von allem was dabei. Mir hat´s gefallen, auch wenn ich mich zeitweise selbst überfordert habe und die Achterbahnfahrt erschöpfend war. Es war gut, wie es war. Und jetzt freue ich mich auf das nächste Jahr und was dieses so im Gepäck hat. Zum Abschluss hatte ich noch meine Urkunde für den HP Psych in der Post. Eigentlich müsste ich darauf anstoßen…uneigentlich auch. Naja, ich habe noch Walnusslikör meiner Sis eingepackt. Mal schauen, wann ich das mache?
Ich wünsche Euch einen ruhigen Abschluss des Jahres – oder eben einen wilden, je nachdem, wie Ihr es Euch wünscht. Schaut zurück und betrachtet all die positiven Dinge, die sich ereignet haben. Und dann nehmt Schwung, um diesen Optimismus mit ins neue Jahr zu tragen. Da warten weitere Abenteuer auf uns alle. Wir müssen sie nur zulassen. In diesem Sinne: Auf bunte Abenteuer!

1 Kommentar

  1. Auf ein gutes, altes … und ein besseres, Neues Jahr!
    Lieber Feuerdrache, anstelle von Raketen hab ich einfach auf dich angestoßen, dir gedankt für deine Reisen und dass du uns dran teilhaben lässt und dir alles Gute auch für 2022gewünscht.
    Wann immer die Fahrt im eigenen Leben zu langsam oder langweilig wird, ein kleiner Blick hierhin und zonnnnng!! sind da Kraft und Energie wieder zurück. Alles Gute und Danke für alles!
    Viele liebe Grüße! VdL

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