Aaaaaaach, es ist herrlich. Manchmal ist es so drüber, dass ich nur noch lachen kann. Und Lachen ist ja bekanntlich gesund. Wenn es danach gehen würde, wäre ich ein verdammt gesunder Mensch. Da ist es nur natürlich, mit Schoki & Co. gegenzusteuern, damit ich nicht zum Gesundheitsapostel mutiere. Das mache ich ebenfalls ganz erfolgreich. In irgendwas muss ich ja auch gut sein, oder?

Interessant ist in den letzten Tagen die Reaktion einiger Menschen. Ich habe meinen alten Chef-Chef angerufen, um mich zu bedanken, weil er ja letztes Jahr noch meine Potential-Einschätzung auf den Weg gebracht hat. Ich wollte mich dafür bedanken und darüber informieren, davon Abstand genommen zu haben. Die Argumentation habe ich selbstredend präsentiert. Seine Reaktion? Er fänd´s schade, könne mich allerdings vollkommen verstehen. Er habe drei Mentees, von denen zwei dabei seien, das Unternehmen zu verlassen. Krass, oder?
In Krisenzeiten zeigt sich so manches. Unter anderem eben auch, wie es um die tatsächliche Führungsriege bestellt ist. Und da muss man leider feststellen: Es ist bei vielen nicht weit her damit. Und ja, mir ist durchaus klar, dass es in der Selbständigkeit auch keineswegs Ponyschlecken ist. Nur verlieren immer mehr Konzerne ihre Mitarbeiter aus dem Fokus. Das Ende vom Lied ist dann eine Abwanderung der Guten. Diejenigen, die man gerne loswerden würde, weil sie sich einen faulen Lenz schieben, bleiben. Tja, im Grunde weiß „man“ das…aber manche müssen es leider auf die harte Tour lernen. Dann sei es eben so.
Da konfligieren eben die Interessen. Hübsches Wort, oder? Habe ich in einer Präsentation gesehen und bin drüber gestolpert. Ich oute mich, ich Landei: Ich musste es nachschlagen. Solche Begriffe klingen ja toll und so verdammt wichtig, nur bin ich mir sicher, dass die Mitarbeiter zum Großteil abgehängt werden. Doch die will man ja auch gar nicht erreichen. Sonst machen die nachher noch den Mund auf und stellen Forderungen. Da würde ja wieder alles Mögliche konfligieren. Nee, nee, nee, wo kämen wir denn da hin? Und so übertreffen sich die Leute im Management dann gerne auch gegenseitig, wer mehr Input zum Bullshit-Bingo liefern kann. Sei es VUCA, Subsidiarität, Nordstern, Ambidextrie oder weiß der Henker was.
Manchmal denke ich, ich sollte wieder anfangen, Theaterstücke zu schreiben. Diese Beschäftigung geht mir hier eh gerade vollkommen ab. Wenn ich manche Stilblüte bei meiner Firma „klauen“ würde und wiedergäbe…es würde in der Summe dann keiner glauben können. Wie habe ich letztens irgendwo gelesen:

„Was im Büro passiert, bleibt im Büro.
Natürlich!
Als ob mir jemand da draußen glauben würde, was hier passiert!“

Da konfligiert also so rein gar nichts in mir.

Was ich bei manch anderem Gespräch unter vier Augen auch immer mehr feststelle: Zufrieden scheint gerade niemand zu sein. Alle wissen auch, wer die verantwortlichen, handelnden Personen sind, die diese Aura der Angst und Demotivation verbreiten. Allein, es ändert sich nichts. Die Grundstimmung ist echt mehr als eigenartig derzeit. Werfe ich den Blick außerhalb meines Unternehmens, bestätigen mir viele andere genau diese Situation in ihren Bereichen. Mag sein, dass das das Schwangeren-Phänomen ist. Wenn Du schwanger werden willst, siehst Du überall dicke Bäuche. In der Logik: Wenn ich schlechten Führungsstil auf dem Radar habe, sehe ich ihn an vielen Stellen. Worauf der Fokus liegt, wird mehr daraus…ist eine normale Formel.
Doch die allgemeine Grundstimmung ist derzeit eher eine gedrückte. Dazu gibt es sogar eine Studie von britischen Psychologen, die besagt: Der dritte Montag im Januar sei der traurigste Tag des Jahres – auch „blue Monday“ genannt. Warum das so sein soll? Na, meist ist der Monat Januar vom Wetter her eher so semi. Es ist noch trüb draußen, die Tage sind nach wie vor kurz, die Sonne selten zu sehen. Dann kommen zigtausend Rechnungen ins Haus geflattert, weil Versicherungen etc. zu diesem Zeitpunkt ihre Jahresprämien einholen. Darüber hinaus liegen die Feiertage hinter einem, und die Aussicht auf folgende Feiertage (= frei) muss zu weit in die Zukunft gerichtet werden. Dazu kommt dann der Weihnachtsspeck, den man sich angefuttert hat, gerne loswerden würde, aber dazu den Hintern hochbekommen müsste, was die Wampe erst einmal verhindert. Ihr seht schon: Der Teufelskreis ist schon eine blöde Kuh. Dieser traurigste Tag muss aber natürlich auf einen Montag fallen, weil Montage per se nun mal die meist verabscheuten Tage sind. Jetzt kommt noch Omikron hinzu, was die Studie nicht mal berücksichtigt hat. Heidanei…es wird nicht besser, merkt Ihr´s?
Was hilft da? Prosecco…so man diesen trinkt. Oder Schoki. Macht die Wampe größer, aber schüttet immerhin kurzfristig Glückshormone aus. Bemerkt Ihr, wie es in mir konfligiert? Da hilft nur noch eins: Humor. Lachen soll ja angeblich auch Kalorien verbrennen, weil angeblich viele Muskeln hierfür benötigt werden. Könnte das bitte mal jemand meinen Polsterungen mitteilen, weil die sich da gar nicht angesprochen fühlen?! Ich glaube, ich will auf den Arm. Ja…das klingt gut. Nein, nicht in den Arm, sondern auf den Arm. Mir doch egal, dass ich kein 3000 Gramm Baby mehr bin. Da darf Man(n) sich gerne mal anstrengen. Das konfligiert? Mir doch wumpe. Man, man, man, wo sind die Profis, wenn man sie mal braucht…?
PS: Nein, ich bin (noch) nüchtern.
PPS: Ich glaube, das muss ich ändern.

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