Nach Meckermecker und Geschimpfe, was durchaus auch wichtig ist für die Psychohygiene, möchte ich die lustigen Dönekes aus meinem Leben natürlich auch nicht schlabbern.
Letzte Woche hatte ich eine Auftragsklärung mit einem internen Kunden. Soweit, so unspektakulär. Es fand über Teams statt. Auch noch kein Lacher. Ich konnte auch ein Hintergrundbild sehen – nur meinen Gesprächspartner selbst eben nicht. Da er mich gleich duzte, ohne mich zu kennen, tat ich es ihm gleich und erwähnte, ich sehe wohl den Hintergrund, nicht aber ihn. Ob das denn Absicht sei? Äääääh, nö. Technische Probleme. Mich beschlich so eine blöde Ahnung, aber einmal im Leben konnte ich mich beherrschen und die Klappe halten. Gestern zur Feinabstimmung konnte ich diesen bunten Vogel dann doch auch auf meinem Bildschirm sehen, was ich auch sofort freudig feststellte. Darauf er – und ich schwöre, das ist leider kein Scherz: „Ich hab wegen der technischen Schwierigkeiten eine Störmeldung abgesetzt. Beim Anruf seitens der IT haben die mir gesagt, dass da ein Schieberegler oben vor der Kamera sei. Das hat mir niemand gesagt! Kannst Du Dir das vorstellen?! Ist das zu fassen?!“ Nein, ist es echt nicht! Meine Kamera ist ebenfalls eingeschaltet. Ihr könnt Euch meinen Stolz auf mich selbst nicht vorstellen. Mein Gesicht ist mir nicht entgleist, meinen Mund verließen nicht geschriene Worte, wie: „Alter, willst Du mich verarschen?!?!?! Nach zweieinhalb Jahren Home Office hast Du das immer noch nicht geschnallt?! Hast Du zwischendurch im Koma gelegen? Heißt Dein Bruder Heinz, denn der hatte dasselbe Problem!“ Und nein, ich lache auch nicht hysterisch. Ich bin soooo stolz auf mich! Sein Vorschlag heute im Workshop, er wolle auch die nächsten Meetings in Präsenz machen, kam natürlich nicht von ungefähr und stieß auf keine Gegenliebe. „Tja, jetzt wollen die hybrid arbeiten. Da werde ich Dich wohl noch mal anfordern müssen.“ Äh, nein, ich bin nämlich keine Praktikantin. Aber das dürfen die Chefs klären. Da lehne ich mich entspannt zurück. Meinen Tag hat’s auf jeden Fall erheitert. Und in dem Unternehmen arbeite ich (noch)… es is a Wahnsinn!

Ebenfalls unterhaltsam, wenn auch völlig anders: Ich hatte so eine Art Date. So eine Art? Ich weiß es eben nicht so genau. Der Gute ist ein Kollege und hat mich zum Essen zu sich nach Hause eingeladen. Er grillt für uns – also sich und mich. Es gibt feinstes Rinderfilet mit Rosmarinkartoffeln. Hallo die Enten?! Und zum Nachtisch Schoko-Soufflé. Wenn man damit nicht das Herz im Sturm erobert, weiß ich es auch nicht. Dazu gibt es meinen Lieblings-Cocktail, den er an seiner eigenen Bar mixt: Mojito. Er verwendet 63 %igen jamaikanischen Rum, also hat das Ding ordentlich Bums. Und es ist wirklich alles sehr schön. Irgendwann, als wir uns beim Essen gegenübersitzen, denke ich plötzlich: Moment mal, ich weiß nicht mal, ob er Interesse hat…ich habe bislang keinen einzigen Kuss bekommen…warum, verdammte Axt, piekst es dann in meinen rechten Mops rein??? Ich kontrolliere die Umgebung. Er sitzt zu weit von mir weg und kann es echt nicht gewesen sein. Als er noch mal zum Grill geht, greife ich mir höchst undamenhaft ins Dekolleté und bemerke den Übeltäter. Bei 37 Grad mag mein BH wohl nicht mehr so recht mitspielen und macht mal eben einen auf Materialermüdung. Der Bügel vom rechten Cup hat sich durch den Stoff gepiekst, um direkt an meinen Mops zu gelangen. So ein Schlingel! Jetzt versucht mal, den wieder schnell in die richtige Richtung zu schieben, ohne dass es dem Mann am Grill noch auffällt. In solchen Momenten könnte ich mich langlegen und einfach nur lachen…und tu´ es dennoch nicht. Wie plump wäre der Spruch denn: „Hey, hömma, kannste mir ma eben helfen und den Bügel an Ort und Stelle rücken?!“ Bläschen steigen in mir auf, die ich aber munter nach unten verbanne. Hoffentlich hat er nirgends eine Kamera hängen, denn sonst lande ich mit meiner äußerst unerotischen Fummelei noch auf Youtube. Der Herr bemerkt aber nichts (hoffe ich zumindest…oder er ist ein begnadeter Schauspieler), und der Abend neigt sich dem Ende zu. Passiert ist nichts weiter – bis auf die Materialermüdung, die ich in meinem Alter auch ziemlich stark an mir wahrnehme.
Gestern haben wir uns wiedergetroffen – mit einigen anderen Kollegen im Biergarten. Obwohl dieses Mal der BH saß, hat mich der Biergarten trotzdem erschlagen. Ich bin von einem kleinen, schnuckeligen Biergarten ausgegangen und kam mir dann vor, als sei ich im größten Freizeitpark Bayerns. Ganz „Saupreiss“, der ich nun mal bin, habe ich es auch nicht geschafft, aus meiner Maß zu trinken, ohne dafür die zweite Hand hinzuzunehmen. Ich sag´ ja: Materialermüdung, wo man nur hinschaut. Vielleicht sollte ich den Tipp auch meinem Kollegen geben, der die Störmeldung abgesetzt hat? Klingt doch irgendwie besser, als zugeben zu müssen, wie unfähig man selbst ist. Ich wünsche Euch ein zauberhaftes Wochenende und dass alle BHs an Ort und Stelle bleiben – so sie es denn sollten. 🙂

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