Seite 2 von 39

Born confident

Kinder, heute habe ich wieder mal einen Philosophischen. Also überlegt Euch, ob Ihr weiterlesen wollt…
Die große Frage, mit der ich mich heute beschäftige, ist die: Was ist Glück? Jajaja, tausendfach durchgekaut. Aber gibt es die eine Antwort darauf? Es ist ja eher für jeden eine andere Definition, oder? Viele jagen dem Glück nach und hoffen darauf, es ewig halten zu können. Doch das geht eben nicht. Es ist aus meiner Sicht eher Zufriedenheit, die ich anstreben möchte. Und auf meinem Weg wird es dann immer wieder sehr glückliche Momente geben – und eben auch traurige. Die gehören dazu.
In Zeiten, wie diesen, frage ich mich dann manchmal genau das Gegenteil: Wieso bin ich eigentlich nicht richtig unzufrieden? Wieso erschüttert mich nicht, was da gerade alles abgeht? So viele haben Probleme. Meine Cousine meinte vorhin noch am Telefon, ich sei echt gesegnet. Als aus der Kirche ausgetretener und insofern „gefallener Engel“, glaube ich nicht so recht daran. Aber kennt Ihr das auch? Da sitzt Ihr und fragt Euch, ob Ihr noch normal seid, weil so viele leiden und schimpfen – und Ihr eben so gar nicht? Als ich damals aus der gemeinsamen Wohnung ausgezogen bin, haben etliche darauf gewettet, es würde mir noch leid tun und mich einholen. Ich habe manchmal in meiner neuen kleinen Butze gesessen und gewartet…und gewartet…aber es tat sich nichts. Ein anderer Fall war ein fetter Autounfall, den wir zu viert körperlich unbeschadet überstanden haben. Die Eltern meiner Freundin waren etwas hibbelig. Meine Freundin hat geschrien und sich tagelang nicht richtig beruhigen können. Ich war vollkommen ruhig, habe gedacht: „Das war´s…ist noch was offen? Nö? Dann ist ja alles ok. Dann kann ich gehen.“ Das ist nicht eingetreten, was wirklich auf einer stark befahrenen Autobahn an ein Wunder grenzt, weil wir über drei Spuren gekreiselt sind. Damals habe ich wieder gewartet…da muss doch nachträglich was ausgelöst werden? Nö. Oder auch derzeit: Wie viele machen sich Gedanken, was alles in dem Impfstoff sein könnte? Und ich denke nur: Und? Wir essen und trinken so viel Dreck, von dem wir auch nicht wissen, was drinsteckt, dann ist mir das hier auch schisskojenno. Oder die Frage, warum andere vor mir geimpft werden? Auch das ist mir völlig wumpe. Wenn ich dran bin, bin ich dran.
Ich habe einfach in vielen Lebenslagen die Einstellung, dass es ohnehin kommt, wie es kommen muss. Manche nennen das Gottvertrauen, aber das ist es bei mir nicht. Ich glaube nicht, dass ein Mann mit Rauschebart da oben sitzt und aus Spaß an der Freud die Menschen schikaniert. Vermutlich habe ich einmal zu oft den Satz meiner Mutter vernommen: „Wen Gott liebt, den lässt er leiden.“ So ein absolut ausgemachter Scheißdreck. Trotzdem glaube ich an so etwas, wie Schicksal. Die amerikanische Brieffreundin meiner Sis hat vor 28 Jahren gesagt ( da seht Ihr einmal mehr, womit ich mir meine geistige Festplatte so zumülle): „Things happen for a reason.“ Gut, sie ist damals in weißer Strumpfhose und Kostümchen aus dem Flieger in Frankfurt gestiegen und wollte unsere KZ´s sehen. Naja, sie ist aus Dallas…wir wissen ja, wen die in deutlicher Überzahl gewählt haben. Dennoch ist an diesem Satz etwas dran. Irgendeinen Sinn hat alles immer. Was habe ich mich vorletztes Jahr über meinen Chef aufgeregt, als er mir das zugesagte Projekt nicht gegeben hat? Es war klar dumm und unfair von ihm, aber hätte er Wort gehalten, hätte ich mit meiner Ausbildung zum HP Psych nie begonnen. Ich bin für manche verbale Klatsche dankbar, die ich erfahren musste, weil genau diese mir Flügel verleihen. Mein größter Ansporn ist, wenn einer sagt: „Das schaffst Du nicht!“ Jetzt nicht falsch verstehen: Wenn ich merke, das sagt einer, um mich zu manipulieren, genau das zu tun, was er will, dann regt sich da gerade mal mein rechter Mundwinkel. Und auch der nur ganz kurz. Aber wenn mir jemand ernsthaft eine schwarze Zukunft vorhersagt, dann marschiere ich erst recht in diese Richtung. Das war immer schon so. Ich erkenne mich ja immer wieder in dem Werbeclip des T-Roc. Dabei bin ich zwar ein Steinböckchen und kein Widder, aber als ich diese Werbung das erste Mal gesehen habe, habe ich gedacht, sie haben einen Kurzfilm über mich gedreht. Und witzigerweise sehe ich gerade, dass fast ganz am Ende noch ein Slogan kommt: „Born confident“. Ja, vielleicht ist da echt was dran? Ich will zwar immer noch was Neues ausprobieren, brauche neuen Input, suche nach meinen Herausforderungen, aber im Grunde bin und war ich immer schon ein zufriedener Mensch/Bock. Hm, diese Erkenntnis gefällt mir gerade. Ich weiß vorher nicht immer so genau, was ich hier schreibe und bin manchmal selbst erstaunt, wohin mich der Weg dann führt. Ja, ich habe eine am Helm bzw. Horn. Und?

Was mir derzeit vielmehr abgeht, ist Planungssicherheit. Sicherheit ist ja immer nur scheinbar gegeben, wie ich mittlerweile lernen durfte. Damit bin ich auch immer feiner. Wobei ich als Böckchen natürlich immer wieder auch nach Sicherheit strebe. Doch ich plane gerne. Nicht bis ins kleinste Detail hinein. Ich mag es durchaus spontan und flexibel. Manches hätte ich nie gemacht, wenn ich mich im Vorfeld bis ins Kleinste damit befasst hätte. Allen voran natürlich Peru, ohne spanisch sprechen zu können und die Gefahren des Dschungels auf dem Schirm zu haben. Da schüttle ich immer noch den Kopf über mich. Auch die Ausbildung, die ich gerade mache. Hätte ich vorher manches gewusst (was ich durchaus hätte recherchieren können), hätte ich wahrscheinlich nie damit begonnen. Und doch bin ich sehr glücklich (ha, da isses!!!), es doch zu tun. Es hat mich vieles gelehrt, mir manches offenbart. Daher brauche ich keine absolute Planungssicherheit…nur ein bisschen eben. Kenia kreist und kreist in meinem Kopf. Nur: Wann? Und wie? Wenn die Dame vom Amt die Güte hätte, nach nunmehr dreieinhalb Wochen zu bestätigen, dass sie zumindest meine Anmeldung für die Oktoberprüfung erhalten hätte, wäre dies ja schon mal ein Teilerfolg. Nächste Woche rufe ich da so lange an, bis denen die Ohren bluten und einer aus lauter Verzweifelung den Hörer abnimmt. Geplant war es ja für März. Dann hätte ich im April mündliche Prüfung und könnte in Ruhe weiterplanen. Nun gibt das ja nichts. Da wüsste ich nur zu gerne, ob es im Oktober was gibt. Wenn im Oktober die schriftliche Prüfung ist, wird die mündliche vermutlich im November stattfinden. Dann würde ich meinen Urlaub für Dezember einplanen. Im Sommer will ich auf keinen Fall fliegen, da es dann noch hotter als hot ist. Immerhin möchte ich mit den Waisenkindern auch was unternehmen und nicht totgeschwitzt in der Ecke rumflaggen. Das ist wenig dekorativ und will ich niemandem zumuten. Ach man. Wenn ich nichts Genaues weiß, nervt mich das dann doch bisweilen, auch wenn ich meist stoisch gelassen sagen kann: „Dann isset wohl so. Kannste machen nix.“
In diesem Sinne: Macht das Beste draus!

Krotzdem

Tag eins, was soll ich sagen? Ich hatte vorher schon wenig bis gar keine Lust zu arbeiten. Ja doch, ich weiß, wie dankbar ich sein müsste, einen Job zu haben. Trotzdem – oder, wie ich als Kind immer gesagt habe: Krotzdem. Als ich nun aber so mäßig motiviert (klingt besser als völlig demotiviert) den Lappi hochfahre, benötige ich auch lediglich eineinhalb Stunden für neue Updates, die ständig ein Neustarten erforderlich machen. Dieses muss manuell erfolgen – logisch, da es sonst zu zig Abbrüchen inmitten ach so supertruper wichtiger Skype-Konferenzen käme. Und ich bin so wahnsinnig effektiv in dieser Zeit. Meine Bude existiert schon gar nicht mehr, so viele Löcher, wie ich in die Luft gestiert habe. Und mein Lieblingskollege hat sich auch schon in Erinnerung gerufen. Ach, was wäre mein Leben ohne Heinz? Ich schaue nach, ob mein Chef noch frei hat, doch sein Kalender zeigt an, er sei bereits die ganze Woche da. Ich setze an zu einer Mail, entdecke aber dann umgehend den Abwesenheits-Assistenten. Der Typ ist der Hammer! Wieso schafft er nicht, was von jedem von uns gefordert ist? Und ja, es ist nichts, worüber ich mir graue Haare wachsen lasse. Und nein, ich hatte nichts anderes erwartet. Wie meinte ich vorhin schon? Krotzdem. Das ist kein Satz? Na und?

Ich skype ein wenig und erledige meine Mails. Diesen Monat wird bei uns – für mich unverständlicherweise – die Kurzarbeit ausgesetzt. Wir sind dazu angehalten, auf jeden Fall mobil zu arbeiten, soweit wir technisch ausgestattet sind (was ja selbst der gute Heinz dann irgendwann nachgeholt hat). Vor dem Hintergrund (also des mobilen Arbeitens) ist es noch unverständlicher, dass wir diesen Monat voll arbeiten. Aber wenn die Jungs das so beschlossen haben, kriegen sie es auch so. Und ja, tatsächlich Jungs. Wir gehören nämlich zu den Firmen mit rein männlichem Management. Das wird auch noch ein Spaß werden, wenn die Frauenquote dann mal umgesetzt wird. Ich persönlich halte einerseits wenig davon, sehe aber andrerseits, wie wenig bei Freiwilligkeit passiert. Es ist also jetzt keine wirklich gute Lösung, nur dennoch notwendig. Allerdings sind die Frauen, die sich für solche Posten interessieren, härtere Kerle, als ihre männlichen Pendants im Management-Sandkasten. Ich hätte keine Lust auf all die Machtspielchen, nur mache ich es mir damit auch zu leicht. Wer schimpft, sollte ebenso anpacken und es immerhin versuchen, es besser zu machen. Aber? Richtig: Krotzdem.

Nach Feierabend düse ich zu meiner lieben Kollegin, die ich über einen Monat nicht gesehen habe. Sie ist immer noch nicht fit, was mir so leid tut. Jeder fühlt das Seine… und das ist immer subjektiv. Trotzdem lachen wir auch und bringen uns gegenseitig auf Stand. Da käme kein Mann mit, wie wir mit unseren Themen springen. Das ist echt immer wieder ein Phänomen, wenn ich Männer und Frauen in ihrer natürlichen Umgebung beobachte – also Frauen beim Ratsch, Männer beim Bier. Männer kommen mit so wenigen Worten aus, weil sie diese ja für uns vorhalten wollen. Für dieses selbstlose Verhalten bin ich überaus dankbar, keine Frage. Doch ich fände es auch schön, wenn sie mal ein bisschen üben würden, damit Frau mit ihnen auch einmal auf Augenhöhe kommunizieren könnte. Zwischen Frauen braucht es nämlich auch keine Erklärung, wie Frau von Rosen über Nagellack auf Eispickel kommt. Und es ist auch nie ein Problem, wenn Frau plötzlich über das Brathähnchen schwadroniert und dann noch mal zu den Rosen springt. Da muss Frau die Übergänge auch nicht erklären, was sonst auch nervig wäre. Nur ist das bei Männern immer so ein Thema: Sie trainieren das ums Verrecken nicht. Und wir haben dann immer mords die Aufklärungsarbeit an den Hacken. Gespräche unter Männern laufen ja so: „Aaah…“ Nicken. „Un selbs?“ Nicken. „Mmmh…. muss.“ Nicken. Ich meine, ich mag ja auch nonverbale Kommunikation. Und ja, auch Grunzgeräusche gehören entfernt zum Breitenspektrum der Sprache – zum Beispiel, wenn jemand bestätigend agieren möchte, ohne zu unterbrechen. Wir wollen allerdings einfach auch mal hören, was Ihr Jungs so zu erzählen habt. Es gibt nichts Interessantes? Krotzdem!

Grammatikalische Ameisentätowiererin

Meine Formulierung des Tages: „Ob die Nachricht verfängt“… Äääh, geht’s nur mir so? Einer sagt so was in den Nachrichten, und alle anderen Sender übernehmen dies dann flächendeckend. Dabei sitze ich in solchen Momenten hier und überlege, was die Aussage davon sein soll? Es geht um die katastrophale Stürmung des Capitols in Washington. Gemeint ist die Videobotschaft Trumps nach expliziter Aufforderung Bidens, die Demonstranten sollen doch nach Hause gehen. Ich wünsche mir echt mehr klare Formulierungen – von Medien, Politikern und allen in der Öffentlichkeit Stehenden. Kann ja nicht so schwer sein, oder? Ärzte und einige abgedrehte Professoren sind ja schon für ihre unnahbare, wenig an anderen Menschen orientierte Sprache bekannt. Das reicht doch vollkommen aus. Mehr von so was braucht es nicht.

Ähnlich war es letztes Jahr, als es einen Anschlag gab und die Redewendung in den Nachrichten aufkam: „Der islamische Staat reklamiert diesen Anschlag für sich.“ Bis dato hieß es eher, dass sie sich zum Anschlag bekennen würden oder ähnliches. Das konnte jeder nachvollziehen, ohne auf der Formulierung erst herumkauen zu müssen. Und ja, ich habe gestern selbst geschrieben, dass ich gerne neue Wörter kreiere. Aber ich bin auch kein Nachrichtensprecher, der dem Volk aktuelle Informationen und Geschehnisse aufbereiten muss.

Das Wort „vulnerabel“, über das ich hier ja auch schon mal berichtet habe, wurde zum Teil auch nach Merkels Ansprache übernommen, nur nicht ganz so flächendeckend. Ich finde es immer wieder spannend, wenn die Medien eine neue Redewendung aufnehmen und dann ganz viele auf den Zug aufspringen. Vor Jahren war es „ein Stück weit“, worüber sich ein Freund von mir immer noch aufregt. Der Ursprung war in der Politik zu finden. Es ist mittlerweile in den allgemeinen Sprachgebrauch übernommen worden, denn ja: Sprache entwickelt sich. Auch ich habe diese falsche Redewendung übernommen. Ich mag es nur nicht, wenn manche sich besonders wichtig machen wollen und Worthülsen noch weiter aufplustern, weil sie im Grunde selbst keine Ahnung haben. „Echauffieren“ nervt mich ebenso wie „despektierlich“, aber das sind immerhin Worte, die die meisten Menschen verstehen. Bei „Subsidiaritätsprinzip“ steigt mir allerdings nach wie vor die Galle so richtig hoch.

Auf der anderen Seite gruselt es mich dann, wenn Promis nicht mehr in der Lage sind, den Dativ zu nutzen: „Da geht es einen schon mal an die Substanz.“ Aaaaah! „Die kommen einen da ganz blöd.“ MmMmMmMmMmMmMmMmM! Diese „m“ sind für alle die, denen der Buchstabe abhanden gekommen ist. Ein weiteres Gräuel (heute so geschrieben möglich, bis 1996 nur als „Greuel“ richtig): Der Tod des Genitivs. Es hieß einmal: „Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod.“ Das ist so leider nicht mehr korrekt, sondern müsste heute lauten: „Der Akkusativ ist den Genitiv und den Dativ der ihre Tode – oder so, Alta!“ „Wegen“ fordert den Genitiv. Da das viele nicht hinbekommen, haben sie zunächst den Dativ dafür herangezogen: „Wegen dem Wetter ist mir (oder rheinisch: mich) kalt.“ Dank der Menschen, wie Verona Pooth oder nahezu alle auf RTL2 gezeigten Z-Promis, heißt es mittlerweile dann aber: „Wegen den Gehalt, ist Mitte den Monat (auch hier getöteter Genitiv) nix mehr da.“ Dann können wir gleich Amis werden, die nur über einen bestimmten (the) und einen unbestimmten (a) Artikel verfügen, obwohl der unbestimmte noch mal unterteilt ist. Denn wenn das nächste Wort mit einem Vokal beginnt (a, e, i, o, u), wird einfach ein „n“ angehängt. Ihr seht schon, ich schreibe mich gerade so richtig in Rage.

Sprache ist etwas Tolles. Und sie soll und muss lebendig sein. Es dürfen und müssen auch neue Wortschöpfungen her, weil sich ja ebenso alles um uns herum wandelt und weiterentwickelt. Nur wünschte ich, unsere Grammatik würde nicht so verkommen und Medien sich verständlicher Sprache bedienen, statt einen auf überlegen zu machen. Kann doch im Grunde nicht so schwer sein, oder?

Genug rumgegrotzt (auch ein nicht existentes Wort, das ich trotzdem nutze). Es gibt auch andere Themen, wie beispielsweise Trumps angebliche Freude über das gestrige aggressive Chaos. Wieso weckt den morgens eigentlich keiner mit einem Spaten? Zwischendurch habe ich ja durchaus die Möglichkeit erwogen, ob der Psychiater Manfred Lütz richtig lag und Trump nicht als Narzissten anerkennen zu wollen, sondern ihm einfach die Abwesenheit jeglicher Moral attestierte. Mittlerweile glaube ich aber, er muss krank sein, weil kein Mensch so menschenverachtend sein kann. Da sind wohl viele gespannt, wie es weitergeht.

Die Vögel draußen schert es herzlich wenig, über was wir uns die Haare raufen. Die Meisen und ein paar hiergebliebene Spatzen sausen auf Nahrungssuche umher. Und auch der lustige Buntspecht düst herum. Bei meiner Sis hat er das Loch des Vogelhäuschens größer gehämmert. Dumm ist er ja nicht – sehr zur Aufregung meiner Sis, die auf der Seite der Meisen steht. Und da haben wir es wieder: Jeder ist gefühlt auf irgendeiner Seite: Sei es bei den Vögelchen, in politischen Lagern oder bei der Rettung unserer wunderbaren Sprache, bei der ich echt pedantisch bin und zur Ameisentätowiererin mutiere. Jeder eben so, wie seine Macke gelagert ist. Ach, das hat was.

Schneeflöckchen

Als ich aufstehe, ist draußen alles schon ganz weiß. Ach, das ist einfach wunderschön. Und es schneit weiter. Ich nehme mir fest vor, eine Runde spazieren zu gehen…also irgendwann…also….ääääh. Aber zunächst einmal bin ich zum Telefonieren verabredet. Und da höre ich auch schon etwas Sorgen heraus. Im Gegensatz zu mir, darf die Mitschülerin von mir nämlich schon im März zur Prüfung antreten. Es wird unterschiedlich gehandhabt – einmal Stadt und auf der anderen Seite Land. Naja, und nun haben wir eben bereits Januar. Mit anderen Worten: Der März ist nicht mehr weit. Da steigt die Panik. Kennt Ihr dieses Phänomen auch? Es gibt Menschen, da bin ich mir sicher, die schaffen das ganz locker, die haben es drauf, die sind echt gut. Genau die machen sich dann Sorgen, fühlen sich nicht fit, clever, vorbereitet genug und hadern mit sich und allem. Und dann gibt es die anderen, die so augenscheinlich nichts auf die Kette bekommen, wenn sie Fragen stellen, dann sind es wirklich so aua-saudämliche. Aber die verfügen über so eine eingebaute Zuversicht. Oder ihnen fehlt die Vorstellungskraft, das Ganze wirklich zu umreißen. Ich weiß es nicht, aber mir fällt das immer wieder auf. Und natürlich gibt es immer diese Panikhummeln, die schon damals in der Schule ab der Mittelstufe fürs Abi gepaukt haben, während sich meinereiner fürs Leben interessiert hat, aber weiß Gott nicht für Schule. Meine liebe Mitschülerin von heute ist keine Panikhummel. Nur zweifelt sie an sich, ihren Erfahrungen und ihrem Können. Irgendwie ähneln wir uns da – nur steigt bei mir der Puls erst im September, falls ich denn dann zur Prüfung zugelassen werden sollte.

Ob die Prüfungen überhaupt stattfinden? Letztes Jahr im März sind sie ausgefallen. Alles steht und fällt, aus meiner Sicht zumindest, mit den Zahlen der nächsten Tage und Wochen. Wenn wieder mehr getestet wird, dann wird sich auch zeigen, wie viel noch abgesagt werden muss. Was mich wirklich richtig annervt, ist die Tatsache des Schacherns. Wenn die einen sagen: „Wir biegen da vorne ab“, sagen die anderen schon aus Protest: „Vielleicht wollten wir ja lieber geradeaus gehen, hä?“ Und wieder andere mucken auf: „Wir haben ja immer schon gesagt, wir sollten lieber umkehren.“ Mit anderen Worten: Wir sind gefühlt mitten im Wahlkampf. Ich hätte mir gewünscht, dass sich die Politiker wie vernünftige Menschen in dieser Krise gebärden und es eben nicht um Wahlkampf ginge. Diese vielen Profilneurotiker gehen mir zunehmend auf den Zeiger. Wäre ich Frau Merkel…puh, ich würde den Leuten da mal kräftig den Hintern versohlen und dann hinschmeißen. Ich bewundere sie, sich unter Kontrolle zu haben. Ich sage ja immer wieder: Ich wäre in der Politik nicht gut aufgehoben. Bei mir würde zu viel verbrannte Erde entstehen – und in Flammen stehende Hinterteile.

Und dazu rieselt draußen der Schnee munter vor sich hin. Dem Wetter ist es eben völlig pupe, was wir uns für einen Kopf machen. Gestern bekomme ich doch tatsächlich per What´s App den Auftrag, so zu bleiben, wie ich bin. Naja, könnte ich meine Macken ablegen, hätte ich das ja auch schon x-fach getan. Gemeint ist aber etwas anderes. Ein lieber, sehr humorvoller Kollege von mir hat ähnlich große (nämlich gar keine) Motivation, wieder zu arbeiten. Es seien vorher ja schon viele kranke Gestalten in seinem Team herumgesprungen. Er befürchtet nun das Schlimmste. Privat erlebt er auch zunehmende Panik bei seinen Freunden, Bekannten und Verwandten. Ein Freund von ihm wird voraussichtlich auf ein Drittel seines Gehalts zurückgestuft. Dann verdient er nur noch ca. 90.000 Euro. Ok, da würde ich auch weinen. Allerdings wären das bei mir Freudentränen. Andererseits: Wenn Du Dein Leben auf 270.000 Euro Jahresgehalt ausgelegt hast, kommt Dir der Rückschritt vermutlich wirklich wie der Bettelstab vor. Ich finde es schon abartig, wie die Gehälter auseinanderklaffen. Wenn diese Menschen sich sozial aufopfern würden, wenn sie Lahme wieder zum Gehen bewegen könnten, Tote aufwecken, die Pille, die über Nacht 20 Kilos schmelzen ließe, erfinden würden… Aber nein, wir reden von völlig normalen Jobs, die diese Gehälter nicht rechtfertigen. Und wenn dann die fetten Jahre vorüber sind, fallen sie in ein tiefes Loch. Alles irgendwie verrückte Welt. Das sind Sorgen, mit denen ich mich niemals herumschlagen muss.

Irgendwann ertappe ich mich dabei, wie ich „Schneeflöckchen, weiß Röckchen“ laut vor mich hersinge. Da muss ich dann doch lachen. So alle Latten habe ich ja auch nicht mehr am Zaun. Aber das habe ich als Kind schon immer voller Inbrunst gesungen, wenn die Flocken fielen. Irgendwo habe ich stets einen Fehler eingebaut, den meine Mutter mir nicht abtrainieren konnte. Ich denke verzweifelt darüber nach, welches Wort es war. Doch so sehr ich es auch versuche, es fällt mir nicht mehr ein. Wahrscheinlich werde ich diese Nacht irgendwann wach und singe es. Oh man. Und das ist erst der Anfang meiner Zeit allein Zuhause. Wo soll das noch enden? Ich hatte als Kind aber ohnehin immer meine eigenen Wortkreationen. Im Grunde ist das selbst heute noch so. Manchmal mixe ich platt- und hochdeutsch, vergebe andere Begriffe, die ich lustiger finde. So ist und bleibt ein Messer für mich bott und nicht „unscharf“ – so, wie Menschen eben auch „bott“ sein können, was wiederum gar nichts mit Scharfsein zu tun hat. Parkplätze nenne ich niemals so, sondern immer Parki. Oder eines meiner Lieblingsworte: „Öngeldöngerich“. Keine Ahnung, das habe ich irgendwann mal erfunden, weil ich was beschreiben wollte, was irgendwo rausgehangen hat. Aber das verwende ich mittlerweile für ganz viele Sachen. Ein Brüller ist bis heute, dass ich meinem Onkel, der Metzger war, im Kaufhaus hinter der Theke mal zugerufen habe: „Hallo, Onkel Schweinepriester.“ Ihr seht also: So ganz knusper war ich noch nie, aber es hat immer einen Riesenspaß gemacht – also, mir zumindest.

Abenteuergedanken

Another day in Gammel-Castle. Wobei man ja jetzt nicht wirklich sagen kann, dass ich so rein gar nichts betrieben habe – also gestern und heute. Die Küchenschränke auszuräumen und mit Essigwasser auszuwaschen, Klamotten zu waschen, die Bude etwa zu kramen und einzukaufen, das ist auch nicht nichts. Aber ich lasse es durchaus sehr gemütlich angehen. Ist ja schließlich auch Jahresanfang. Da soll man nicht sein ganzes Pulver auf einmal verschießen. Und das habe ich auch nicht vor (Herr Frodo! Wieso kommen mir eigentlich in allen möglichen und unmöglichen Situationen Film-Zitate in den Sinn???). Da ich nicht mit Sicherheit ausschließen kann, dass sich Mehlmotten und ihre Verwandtschaft an grauen Haaren erfreuen, färbe ich mir endlich wieder mal meine Haare. Mannomann. Das ist schon lästig. Aber während Männer ja durchaus sexy damit aussehen, wirkt es bei uns Ladys eher alt. Da ich ohnehin ein blasser Typ bin, kann ich mir graues Haar noch weniger leisten. Andererseits: Wer sieht´s denn überhaupt derzeit? Noch habe ich keine Mail erhalten, aber rechne fest damit, zum Ende der Woche offiziell die Info zu erhalten, die Firma bis Ende des Monats nicht betreten zu dürfen. Und nein, ich liebe mein Büro nicht mehr als mein Zuhause. Ich mag beides nicht einmal sonderlich. Doch noch einen Monat niemanden von der Arbeit zu sehen, ist schon reichlich komisch. Vielleicht kriege ich Heinz ja nächste Woche mal dazu, den Schieber vor der Kamera zu betätigen, damit ich sein liebreizendes Antlitz betrachten kann. Bääääääh, nee, auf den kann ich dann doch verzichten.

Irgendwie kommen mir bei Langeweile und Rumbummelei immer so ein paar spinnerte Ideen. Habt Ihr das auch? Es heißt ja auch, dass dann erst die richtige Kreativität freigesetzt wird. Ich weiß nicht, ob dem so ist? Aber ich denke in den letzten Wochen immer mehr darüber nach, endlich doch mit meinem Buch anzufangen. Nicht mit dem, das ich schon mal begonnen habe, was ein recht trivialer Liebesroman werden sollte. Ich denke vielmehr darüber nach, über meine Familie zu schreiben. Quasi als eine Art von Verarbeitung? Gestern meinte meine Ex-Schwiegermutter in spe in einem anderen Zusammenhang: „Ich bin so vergesslich in letzter Zeit. Ich meine, ich habe ja eh nicht so ein Gedächtnis wie Du das immer schon hattest.“ Wie oft habe ich das schon zu hören bekommen? Und ja, ich verfüge ja über so ein Gedächtnis. Nur ist es eben nicht nur lustig. Klar, ich erinnere mich an viele witzige Ereignisse…an manches, was im Rückblick erst lustig erscheint. Aber ich erinnere mich eben auch an viele Dinge, die mich irgendwann verletzt haben. Und ja, das ist Ballast, den ich gar nicht so mit mir rumschleppen möchte. Aber wie wird man so was los? Vielleicht ist ein Buch unter einem Pseudonym echt genau das Richtige? Pseudonym! Also nein, ich würde den Titel nicht verraten. Mal schauen, ob ich mich das traue. Meine Theaterstücke dümpeln schließlich immer noch auf meiner Festplatte vor sich hin. Doch die haben wir immerhin schon gespielt. Das ist ja auch was wert.

Eine andere Idee knabbert auch immer stärker an mir: Kenia. Ich kriege die Vorstellung von der Arbeit im Waisenhaus nicht aus dem Kopf. Worauf ich weniger Lust habe, sind diese Projekte mit vielen ganz jungen Voluntären. Ich möchte keine Party, sondern einfach Erdung. Und ein erstes Mal nachgeschaut, habe ich auch bereits. Es gibt ja auch die Möglichkeit, vier Wochen so was zu machen. Ich muss gar kein ganzes Jahr Sabbatical nehmen. In einem Monat verliere ich vielleicht gar nicht so viel von meinem Herzen? Keine Ahnung. Die Vorstellung reizt mich jedenfalls sehr.
Keine Ahnung, warum ich so ein Unruhegeist bin…irgendetwas treibt mich nach wie vor an. Als ob es irgendwas zu finden gilt. Was, das weiß ich gar nicht so genau. Im Grunde mag ich meine Neugierde ja auch. Aber ich habe immer auch gerne eine Erklärung für so etwas. Manchmal bin ich regelrecht rastlos. So hat wohl jeder seine Macken, hm? Die einen haben Macken, die anderen Motten – ich habe beides. Wieso muss ich denn auch immer so laut „HIER“ schreien?

penetrantes Pack

Aaaaah, ich schlafe wieder aus. So rumzuschlunzen, hat durchaus etwas. Ich weiß, bald beschwere ich mich dann wieder, dass mir langweilig ist und mir alles auf den Sack geht, aber noch ist es ok. Nach dem Frühstück gehe ich meinem Hobby nach: Ich fahre zu Feinkost Albrecht. Warum? Weil ich die Steuer-CD brauche. Die gab es letzte Woche schon. Jedes Jahr haben sie sie zwischen Weihnachten und Neujahr. Und jedes Jahr vergesse ich es in genau der Woche, sie zu besorgen. Und jedes Jahr flitze ich in der Folgewoche hin und bekomme sie noch. „Und täglich grüßt das Murmeltier“ hätte auch aus meiner Feder stammen können. So hat einfach jemand anderes ganz schön viel Geld damit verdient.
Bei Feinkost Albrecht angekommen, zeigt sich immer wieder ein ähnliches Bild: Ein Äutsche steht genau vor der Tür, während das andere Äutsche den Wagen holt. Sie können einfach nicht einzeln gehen. Es gibt sie nur noch im Doppelpack – auch wenn sie sich im Laden ankötten und miteinander schnauzen, dass man denkt, sie sollten froh sein, mal eine halbe Stunde zum Einkauf allein zu sein, so brauchen sich wohl doch nonstop um die Füße. Sie gehen vor mir in den Laden, wobei Oppa dann direkt links abbiegt und Fersengeld zahlt, wähend Omma direkt hinter dem Eingang mit dem Wagen stehenbleibt. Wahrscheinlich hat Oppa ihr verboten, zu weit vorzulaufen. Nur direkt am Eingang, ist es eben auch nicht so richtig geschickt. Und ich mag es einfach nicht, so alte Ommas zu erschrecken, indem ich sie laut anrede: „HALLO?!?!?!?!?! KönnensemavielleichtauffeSeitegehnodawatt?“ Also warte ich brav. Irgendwann dreht sie sich um und zuckt zusammen. Ok, sooooo schlimm sehe ich dann auch nicht aus. Sie schiebt den Wagen etwas an den Rand. Ich bedanke mich freundlich und schlappe weiter.
Im Gang vor mir schlurft so jemand rum, der nicht wirklich weiß, was er braucht. Kennt Ihr solche Menschen? Ich frage mich immer, was die eigentlich in einem Supermarkt wollen? Er schaut mal hier, schaut mal da, bremst an den blödesten Stellen, aber das Schlimmste: Er hebt dabei nicht mal die Füße. Wir reden hier nicht von einem Teenie. Dieser Mann ist bestimmt Mitte Ende 40. Schlapp, schlapp – schlapp, schlapp. Der Vater eines angeheirateten Cousins hat sich früher gerne bei Jugendlichen hinten auf die Schuhkappen gestellt, um dieses Verhalten zu ahnden. Ob ich das auch mal versuchen soll? Immerhin würde ich dann Bekanntschaft machen. Aber ich glaube, darauf käme dann doch keine Einladung zum Kaffee – zumal ja auch kein Café geöffnet hat. Ich überlasse den Herrn seiner wahnsinnig dynamischen Fortbewegung und ziehe weiter.
Kauft Ihr eigentlich auch immer mehr, als Ihr braucht? Ich mache mir immer eine Notiz ins Handy, stelle dann jedoch erstaunt fest, wieviel mehr sich einfach so in meinen Wagen geschlichen hat. Frechheit! Aber immerhin: Meine CD haben sie auch noch. Wieder einmal Schwein gehabt.
Erstaunlicherweise ist es gar nicht so voll, wie ich befürchtet hatte. Und da drei Kassen geöffnet haben, ist es richtig entspannt. Die Kassiererin hingegen ist es nicht. Sie schaut hinter mich – gleich mehrfach. So was irritiert mich ja immer. Ich frage, ob ich irgendwas gemacht hätte? Nö. Da hinten sei eine riesige Pfütze, und niemand hätte mal Bescheid gegeben. Sie ist weit genug von mir entfernt, dass man da keinen Zusammenhang herstellen kann. Ich schaue noch mal hin: Zum Glück ist es durchsichtig. Es hat sich also kein Ömken oder Öpken hier erleichtert. Wer weiß? So ein Einkaufsbummel ist ja durchaus auch aufregend. Da macht auch mal ein Bläschen schlapp.
Ich zockel´ raus und erlebe die Wiederholung von vorhin – nur in umgekehrter Reihenfolge: Die beiden sind noch nicht so alt, aber Vatti schlurft im Schneckentempo, während seine Else den Wagen holt – leider auch im Schneckentempo. Ich frage mich, ob die beim Jahreswechsel alle ihre Schnelligkeit verloren haben? Nein, ich bin nicht auf der Flucht, aber es ist verflucht (hey, ein Wortspiel) kalt draußen. Wie kann ich da so schneckentempogleich vor mir und sich hinkriechen?

Home sweet home, denke ich dann Zuhause, als mir wieder die kleinen Scheißerchen in der Küche einfallen. Ach ja, die gibt´s ja auch noch. Ignorieren hilft da auch herzlich wenig, wie ich gelesen habe. Ich räume die Küchenschränke aus, überprüfe hier und da, sehe sogar ein vorwitziges Etwas in einer Tüte mit Sonnenblumenkernen – zugezwackt mit einer Klammer…also, die Tüte, nicht die Lebensmittelmottenmade (geiles Wort!). Alter, geht´s noch?! Wie kommt das da rein? Angewidert schmeiße ich ganz vieles weg. Da muss man leider großzügig sein. Danach wasche ich alles mit Essigwasser aus, was herrlich duftet (bäh). Also gut, Freunde. Ihr habt jetzt ein schönes Leben im Mülleimer. Solltet Ihr Verwandte zurückgelassen haben, bestelle ich mir die Schlupfwespen. Heult nachher nicht rum, ich hätte Euch nicht gewarnt! Ekliges Zeug, sage ich Euch…

Meine Ex-Schwiegermutter in spe (wir hatten ein Datum, ich bin vorher geflohen) war auf meinem Anrufbeantworter. Sie hat mir zum Geburtstag gratulieren wollen, aber ich war zu dem Zeitpunkt ja gar nicht Zuhause. Brav, wie ich manchmal bin, rufe ich zurück. Und so sicher, wie das Amen in der Kirche, kommt dann auch der Satz, den ich immer wieder höre: „Dich hätte ich gerne als Schwiegertochter gehabt.“ Ich scherze rum: „Wer weiß? Vielleicht könntest Du mich dann heute gar nicht mehr leiden?“ Was soll ich auch sonst sagen? Es werden im Sommer 20 Jahre, seit ich ihn verlassen habe. Manchmal muss auch gut sein, oder?
Das gilt für allzu wehmütige Gedanken, als auch für Lebensmittelmotten. Habt Ihr verstanden, Freunde?! Ich will´s ja wohl mal hoffen!

Verkackte Mehlmotten sind eingewandert

Ich schlafe nur mäßig. Das hier ist zwar mein Bett, aber ich muss mich nach einem Monat doch erst wieder daran gewöhnen. Das wird schon, ganz sicher. Aber so richtig komme ich nicht in den Tritt. Ein Blick nach draußen zeigt, warum es durchaus sinnvoll ist, einfach nur abzuhängen. Es ist grau in grau, will dann aber auch nicht schneien. Nicht mal das wird uns gegönnt. Vermutlich pilgern deswegen so viele Deppen – trotz wiederholtem Appell, es nicht zu tun – zu den Skigebieten. Oh man. So wird das nix.

Und so vertrödel ich den Tag. Dabei stelle ich fest, auf irgendwas in meinem Wohnzimmer zu reagieren. Ich niese wie ein Pferd und schniefe wie ein Elch – aber ausschließlich im Wohnzimmer. Krank, oder? Dafür habe ich in der Küche vermutlich Mehlmotten. Na, schönen Dank auch. Und dagegen sollen Schlupfwespen helfen. Klingt jetzt auch alles andere als appetitlich. Darauf habe ich ja so gar keinen Nerv. Mal schauen, ob ich es auch ohne diese Schlupfviecher schaffe. Andernfalls… naja, muss ich mir für um die 30 Öcken Schlupfis bestellen. Ich werde berichten, sollte ich mir diese vorübergehenden Mitbewohner zulegen. Ob ich das dann melden muss? Wobei, es gilt ja nur ein menschliches Versammlungsverbot. Aber, wie ich mich kenne, werde ich trotzdem mit ihnen quatschen. Mal schauen, was die so zu erzählen haben.

Heute Abend entscheide ich mich dann im Fernsehprogramm tatsächlich für Schirachs „Feinde“. Bislang habe ich nur die Polizistensicht gesehen und schaue gleich den anderen Film. Recht und Gerechtigkeit sind einfach zwei Paar Schuhe. Das ist gar nicht so einfach. Ich will immer beide Seiten verstehen. Aber für die Opfer wird in der Tat zu wenig getan. Nur ist dafür das Gericht auch nicht zuständig. Puh! Ich bin gespannt, wie jetzt die Verteidigersicht ist. Ich vermute, ich werde ihn auch verstehen können. Aber wären meine Jungs die Opfer? Dann will ich nicht der Täter sein. Hoffen wir, es kommt niemals dazu. Wenn ich daran denke, dass erst in der Silvesternacht ein 18-Jähriger überfahren wurde und der Fahrer/die Fahrerin Fahrerflucht begangen hat. Es ist eine Kurzschlussreaktion… aber ich wüsste nicht, was ich täte? Auge um Auge bringt nichts, aber wer kann sich kategorisch davon freisprechen? Da bin ich doch froh, „nur“ Mehlmotten zu haben… und eventuell bald Schlupfwespen. Jetzt aber: Ich guck weiter.

Home sweet home

Da ich zeitig zu Bett gehe, bin ich auch früh wach. So kann der Tag weitergehen. Ich dusche mich in Ruhe, als meine Sis auch schon zu mir kommt. Irgendwie rührig, dass sie früher aufgestanden ist. Große Schwester bleibt wohl einfach große Schwester. Oder sie will einfach sichergehen, dass ich auch wirklich fahre. 😂

Kennt Ihr das? Ihr habt routinierte Abläufe. Die laufen immer in derselben Schleife. Und dann laufen sie auch wie en Döppken. Wird dieser Ablauf aber gestört, dreht sich ein Rädchen im Getriebe falsch. Oder anders ausgedrückt: Mit zunehmendem Alter werde ich immer schrulliger. Ich habe alles zusammen – begleitet von meiner Sis, als auch mein Schwager angeschlappt kommt. Dabei hatte ich beiden versichert, zu ihnen ans Bett zu kommen, um mich zu verabschieden. Die Not, mich endlich loszuwerden, scheint groß zu sein. Der Kleine hält hingegen Wort. Wir haben uns gestern verabschiedet, also pennt er brav weiter. Mit Kaffee bewaffnet, fahre ich los. Mein Handy brauche ich erst nach der Bäckerei, weil ich darüber das Navi nutze. Ich verfüge über irgendwelche Fähigkeiten, nur ist keine davon Orientierungssinn. Und dann stelle ich doch tatsächlich fest, dass die Bäckerei im Ort geschlossen ist. Hä? Dabei ist doch heute Samstag und kein Feiertag. Da soll mal einer schlau draus werden! Also gut, ist ja nicht so, als gäbe es nur eine Bäckerei in der Gegend. Allerdings muss ich dafür einen kleinen Umweg fahren und denke, ich kann ja mit der rechten Hand mein Handy, das in meiner Tasche wohnt, für gleich raussuchen. Da fühle ich, wühle, krame…. aber nix. Und genau das meine ich mit gestörtem Ablauf. Wäre meine Sis nicht zu mir ins Bad gekommen, würde mein Handy nicht mehr dort liegen. Ich fahre also zackig zurück, wo alles schon wieder dunkel ist. Ich husche rein und regel alles relativ lautlos. Meine Sis ist oben im Bad und hat dann aber doch was mitkommen, wie sie mir abends schreibt. Mein Schwager war aber schon wieder in Morpheus Armen, der Glückliche.

Der Henker weiß, warum, aber es ist echt so gut wie kein Auto unterwegs. Dabei ist bereits acht Uhr. Ich hatte mit riesigem Ansturm gerechnet, da ja über Neujahr alles geschlossen war, doch nö. Umso besser. Ich komme nämlich hervorragend durch und bin froh, meine liebe Freundin fest umarmen zu können. Und ja, es ist nicht alles Corona konform… aber ich brauche diese Umarmung. Ja, ich verstehe die Regeln. Und ja, ich finde sie in großen Teilen auch sinnvoll. Und doch möchte ich ebenso psychisch gesund bleiben, indem ich nicht vereinsamen will, weil ich auf jede Berührung verzichte. Und deswegen genieße ich die Umarmung und bin dankbar für die guten, lieben Menschen in meinem Leben.

Ich breche zeitig vom Zwischenstopp auf, falls es irgendwo zu Staus kommen sollte. Mit den Bayern ist nicht zu spaßen. 500 Euro Strafe sind mir eindeutig zu viel. Die Straßen sind jetzt deutlich voller. In den Nachrichten kommen immer wieder Appelle, doch bitte nicht zu den Schneegebieten zu fahren. Ich höre sogar von Straßensperren. Genauso höre ich auch von den Raver-Partys zu Silvester, die heute erst aufgelöst wurden. Wer kann denn bitte schön knappe drei Tage durchfeiern? Was muss man dafür genommen haben??? Und dann attackieren sie auch noch die Polizisten? Wow… Ich bin mal wieder fassungslos. Aber vermutlich stelle ich mich an. Die völlig zugedröhnten wollten nur spielen. Die tun ja nix. Ich gebe zu, mich ja auch nicht in letzter Konsequenz an alle Regeln zu halten. Ich sehe viele ältere Leute, die dagegen verstoßen, weil sie isoliert Zuhause kaputtgehen. Es birgt Risiken, aber es beugt auch Depressionen vor. Nur eine fette Party?! So zugedröhnt, wie die sind, können die doch auch neben Pappmaché-Männkes Zuhause tanzen – kriegen die doch gar nicht mit. Ich bin mal gespannt, welche Kapriolen das noch schlägt. Mir soll’s wurscht sein. Für mich beginnt nun erst einmal die Dürrezeit. Nicht, dass wir viel getrunken hätten, aber ich komme dennoch auf Entzug: Von immer- einen-um-die-Füße zu ganz-allein-mit-ausschließlich-Home-Office. Na, frohes Neues. Ach, wird schon…

P.S. Ich bin trotz allem hervorragend durchgekommen und falle nun platt, aber zufrieden ins Bett… also mein Bett… für die Herr der Ringe-Kenner: Das Synonym für mein Schaaaaaatzzzzzzz. 😋

Wehmut zu Neujahr

Neujahr ist irgendwie immer ein komischer Tag für mich. Das war immer so und wird wohl auch so bleiben. Dieser Tag hat immer etwas Ernüchterndes an sich. Ich kann mich nur an ein einziges Mal erinnern, wo es so richtig schön an Neujahr war… da bin ich nach Strasbourg gefahren. Ansonsten ist der Tag aber immer so was wie „der-muss-zwar-sein-weil-er-den-Jahresanfang-macht-aber-trotzdem-ist-er-saudoof“. Vermutlich kommt hinzu, dass ich wieder kurz vor der Mens stehe. Und zusätzlich reise ich morgen wieder ab. Das ist vollkommen ok. Immerhin bin ich ja auch schon einen Monat hier. Trotzdem hasse ich Abschiede.

Zunächst einmal wache ich auf und bin froh, keine Kopfschmerzen zu haben. Mein Nacken ist so hinüber, dass es gestern Abend noch so richtig hochgekrochen ist und mein Schädel wie Hulle pochte. Der Nacken ist nach wie vor im Eimer, der Kopfschmerz aber vorübergehend weg. Wir hatten gestern beschlossen, heute nicht zu frühstücken, sondern Raclette zu machen – quasi als Brunch. Guter Plan, oder? Um 10 Uhr sind wir zwar zu dritt startklar, aber die Jugend ratzt noch. Klar, bei denen war es ja auch immerhin 3 Uhr heute früh plus ordentlich Umdrehung on top. Gott im Himmel, das Silvesterfest, als ich 16 geworden bin, war auch mit einigen Umdrehungen und einer wilden Knutscherei mit David. Nachname wusste ich nicht, spielte auch keine Rolle. Ich hatte als Andenken ja immerhin diesen fetten Knutschfleck. Seine Nummer wollte ich nicht haben (er hatte sie mir angeboten bzw. nach meiner gefragt), aber ich wollte keinen Freund mit diesem Namen, weil er seinen englisch aussprach, also Deiiivid. Fand ich doof. Man, was hatte ich schon damals den Durchblick. Und stellt Euch vor, der hätte bei uns Zuhause angerufen, denn Handys gab es ja nicht: „Hallo, ich heiße Deiiiivid und hab mit ihrer Tochter rumgeknutscht. Ist die da?“ Da hätte meine Mutter den Exorzisten bestellt. Mit dem Erfahrungsschatz von damals kann ich nachfühlen, wie die drei sich heute Morgen fühlen. Wir warten noch ein Stündchen und starten erst nach 11 Uhr das Essen. Der Kleine liegt mit flauem Magen im Bett – angeblich vom Essen. Das hat sich wohl nicht so gut mit dem Alkohol verstanden. Das lernt er noch. Der Große hat – wie immer – Hunger und weiß, dass er dringend was in den Magen benötigt, das den Alkohol ansorbiert. Daran erkennt man den Profi. Seine Maus leidet hingegen noch ein bisschen. Es dauert, bis sie mit dem Essen beginnt. Da leidet mein Herz ja schon immer ein bisserl mit. Allein, es bringt ja nichts. Das haben wir ja alle mehr oder weniger schon erlebt.

Meine Sis und ich schauen die letzten zwei Folgen der Gilmore Girls…auch das ist ja was wie Abschied. Ich habe sie vor zwei Jahren bei meiner Cousine in Amerika gesehen – allerdings auf englisch. Zwischendurch müssen wir heute allerdings noch mal weg. Die Schwester meiner Mutter habe ich ewig nicht gesehen… das sind schon Jahre her. Wir hatten versprochen, uns zu treffen. Also fahren wir hin. Als ich meine Tante sehe und sie umarme, kommen uns beiden kurz die Tränen. Es ist schwer genug, nach zu vielen Verletzungen durch meinen Vater mit diesem zu brechen. Aber der Kollateralschaden, der dabei entsteht, ist auch heftig. Zu einigen meiner Cousinen und Cousins habe ich Kontakt, doch die Älteren… puh, da ist es schwer, weil sie immer gleich moralisch werden. Das System soll laufen. Sie wollen einfach heile Welt, auch wenn sie im Grunde wissen, dass sie absolut nicht heil ist. Und die Befürchtung hatte ich bei dieser Tante nun auch. Aber das haben wir vor ein paar Monaten telefonisch geklärt. Sowie wir da sind, ist gleich alles wieder wie früher. Wir blödeln herum, reden und lachen über alte Geschichten. Als wir gehen, drücke ich meine Tante noch einmal lang und ausgiebig, wobei sie mir sagt: „Du bist gut so, wie Du bist.“ Na prima, kann mal einer den Wasserhahn absperren? Puh!! Ich bin echt gerührt und dankbar. Zuhause zurück, schauen wir den Rest der Gilmores, wobei ich noch mehr flenne.

Morgen will ich früh raus und mich auf den Heimweg machen. Ich besuche noch eine Freundin auf dem Rückweg und muss ja vor 21 Uhr Zuhause sein. Der Kleine will morgen ausschlafen, also verabschiede ich mich jetzt schon von ihm. Der Große will zu seiner Freundin, also verabschieden wir uns auch jetzt schon. Und als er mich so ganz fest drückt, denke ich an das wunderschöne Lied: „Everytime, we say goodbye, I die a little“. Sie sind so groß, diese „kleinen Jungs“… Ich weiß, ich komme wieder, aber nichts ist absolut sicher. Ja ja, Sentimentalität pur, klar. Aber ich bin eben gerade etwas rührig. Auch das ist eben Neujahr: Ein Neubeginn von etwas, das man noch nicht kennt und überschauen kann. Es ist aufregend und schön, beinhaltet aber auch immer Abschiede und Schmerz. Es gehört alles dazu, sonst ist es nur ein Dümpeln an der Oberfläche, was ich ja so gar nicht mag. Also bin ich dankbar für die Zeit, die ich hatte und freue mich – mit etwas Wehmut – auf das, was noch alles auf mich wartet.

Ungeplant ist am besten

Was für ein Tag. Und ich mittendrin. Da heute ja mein Geburtstag ist, daher hab ich in weiser Voraussicht Brötchen bestellt, die mein großer Neffe und seine Süße heute auf ihrer kurzen Anreise abholen. Ich kann es also ruhig angehen lassen. Der zweite Anruf – zum Glück nicht per Videotelefonie, da ich noch in Unterwäsche rumspringe – bringt mir ein Ständchen auf Öcher Platt. Klingt schmeichelhaft, ich schätze es auch, aber „häs Jebortstach, au Huur“ ist jetzt nicht das Netteste, gell? 😉 aber trotzdem: DANKE! Es bleibt auch fast das einzige Ständchen. Nur aus Nürnberg kriege ich noch was vorgesungen. Es gibt ja Menschen, die kann man einfach nur lieb haben, selbst wenn man sie lange nicht gesehen oder gehört hat. Da gibt’s auch keine Pausen, kein schlechtes Gewissen, sondern nur ein wohliges Gefühl. Apropos wohliges Gefühl: Genau das ist es, was ich empfinde, als die kleine Maus meines großen Neffen mit einem fetten Schokokuchen in der Hand dasteht. Schokolade erreicht doch jedes Herz… also meins auf jeden Fall. Vermutlich fließt durch meine Adern auch kein Blut, sondern ausschließlich Schoki. Wer will das schon so genau wissen?

Gerade fertig mit dem Frühstück, klingelt es zum ersten Mal an der Tür. Und da steht einer der Freunde der Jungs vor der Tür, der auch mit uns die Herr der Ringe Nacht gemacht hat und zum Handwerken hier war. Ich denke noch, dass die Jungs mich veräppeln, weil sie sagen, er sei meinetwegen hier. Aber er bestätigt das und hat Ferrero Küsschen und Glücksklee dabei. Ist das nicht süß?! Ich bin echt hin und weg.

Nachrichten und Telefonate wechseln sich ab über Tag. Ich komme zu… ja, was eigentlich? Nix kriege ich hin. Und da klingelt’s auch schon wieder an der Tür. Die Nachbarn stehen vor der Tür und haben Bier im Gepäck – sie wollen auf meinen Geburtstag anstoßen. Naja, was soll ich sagen? Es bleibt nicht bei einem Bier. Der Marillenschnaps ruft um Aufmerksamkeit heischend laut aus dem Schrank – mehrfach. Da wollen wir ja nicht hartherzig sein, oder? Und der Birnen-Zwetschgen-Likör will dann auch noch mitmischen – auch mehrfach. Wie ist der korrekte Verlauf bei Alkoholgebrauch: Zunächst erfolgt der Verlust der Muttersprache, dann schwarz-weiß-Empfang. Is klar, oder?

Die Jungs hocken dabei, während wir dann olle Kamelle bekakeln. Irgendwann reden wir dann auch darüber, wie die Jugendlichen derzeit mit den Alten auf der Hütte hocken müssen, was bestimmt eine Herausforderung sein muss. Keine Ahnung, ob’s an der Marille liegt, aber es kommt das Thema der Aufklärung auf. Ganz früher gab es Heftchen, bevor dann VHS-Kassetten Einzug hielten. Heute gehen sie ins world wide web – ganz einfach und doch so weit weg von der Realität. Wir reden von den guten alten Pornos. Jungs, die dann zu zehnt so einen Film angeschaut haben. Und mir geht ein Licht auf: Ach, DAS haben die Jungs früher gemacht, wenn sie sich getroffen haben. Wir haben uns geschminkt, zu Musik getanzt oder wichtige Themen gewälzt (Jungs). Wir hatten ja keine Ahnung! Der Nachbar erinnert sich dabei an seine Ausbildungszeit, wo Porno-Egon seinen Wagen in der Werkstatt abgegeben hat. Woher der Name kam? Niemand kann sich an dessen Nachnamen erinnern, aber an den Kofferraum, in dem etliche Schmuddelheftchen lagen. Da mussten sie natürlich erstmal den Luftdruck des Reservereifens dringend prüfen. Spätestens jetzt kann sich wohl jeder vorstellen, wie sehr wir hier gackern. Ich lerne einen neuen Spruch, der mir gefällt, als wir über einen Dünnbrettbohrer quatschen. „Da geht nicht mal ein Eichhörnchen ran, denn die gehen an keine hohlen Nüsse.“ Der gefällt mir… und dazu fallen mir einige Menschen ein. Arme Eichhörnchen… Meine Neffen halten gut mit und bringen uns auch neue Trinksprüche bei, wie: „Prost – egal, wo sie hängen“. Ach ja, da werde ich 44 und lerne so vieles an einem einzigen Tag.

Unser geplantes Raclette lassen wir ausfallen. Alle verlassen das Haus, wir bleiben zu dritt zurück und machen uns was Schnelles zu essen. Wir lassen das Jahr Revue passieren. Ich könnte schon um 20 Uhr ins Bett. Aber wir bleiben noch wach. Und bevor es jetzt so weit ist, wünsche ich Euch einen guten Rutsch in ein hoffentlich bald normaleres, gesundes, spannendes, neues Jahr. Viel Spaß Euch allen bei allem, was Ihr so treibt.