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Nörgelpitter und Gewitterziegen

Mein Schlaf kann als solcher nicht betitelt werden. Lange wälze ich mich herum und denke an den folgenden Tag. Ehrlich? Wenn es um Menschenleben gehen würde, dann wäre es ja durchaus berechtigt. Aber es geht „nur“ um meine Kollegen. Trotzdem bin ich ordentlich angespannt. Meine größte Sorge ist eigentlich, dass ich ausfallend werde. Und aus dem Grund nehme ich mich noch mehr zurück und habe tausend Verspannungen im Kiefer und Nackenbereich. Kann auch irgendwie nicht sein, oder? Is abba so. Entsprechend gerädert wache ich heute Morgen auf und bereite alles vor.

Unser erstes Meeting verläuft wie immer. Viel Blabla um nichts. Typisch für meine hysterische Kollegin: Sie ist mal wieder mies gelaunt. Klar, sie hatte ja auch eine Woche Urlaub. Schon vor Corona hatte sie nach ihrem Urlaub immer schlechte Laune. Mal lag es daran, dass es auf der Hütte kein veganes Essen gab. Einmal war auch besonders schön, weil ihr Mann so dreist gewesen ist, einfach krank zu werden. Potzblitz! Da konnten sie nirgends mit ihrem Wohnmobil hinfahren! Dabei ist er nur krank geworden, weil er so viel zu tun hatte und dann noch meinte, er müsse zu seinen Eltern fahren und nach dem Rechten sehen. Das war dann quasi das i-Tüpfelchen. Ist das nicht total egoistisch und niederträchtig von diesem Sackgesicht, dann krank zu werden und ihr den Urlaub zu versauen?! Ich glaube, ich hätte ihn dafür mindestens gefoltert. Ein anderer Urlaub war zu Beginn zu verregnet und danach viel zu heiß. Petrus da oben ist aber auch ein Mistvieh! Der erlaubt sich wirklich allerhand. Sie braucht Aktivurlaub. Da ist man eben wetterabhängig. Wo kommen wir denn dahin, wenn da nicht das Wetter so ist, wie sie das bestellt hat? Heute Morgen ist dann wieder ein Dämlack so doof, sie zu fragen, wie ihr Urlaub war…und ob sie denn gesund zurück sei? Oh, oh, oh. Nicht gut. Sofort schnappt sie: „Wovon denn zurück?! Es sind doch alle Lifte gesperrt! Ich konnte nicht zum Skifahren!!!“ Ich mag solche Menschen besonders gern, die immer, aber auch wirklich immer das Schlechte sehen. Menschen, die sich als „Sozialtier“ bezeichnen, dabei aber quasi wie der Antichrist rumrennen. Menschen, die bei der Radio-Nachricht mit dem Hinweis auf den Geisterfahrer losbrüllen: „Einer??? Hunderte!“ Und sie merkt es nicht mal selbst. Es ist der Wahnsinn.

Der Workshop beginnt. Mein Chef ist allerdings auch wieder der Kracher. Sein Intro? Unbezahlbar: „Hallo z´sammen. Claudia, i übageb´ an Di.“ Das war´s. Nichts zu seinen Zielen, nichts zur Einstimmung, nichts zu irgendwas. So macht ein Team-Workshop doch Freude. Und so beginne ich mit einem Rückblick zum letzten Mal. Jeder soll kurz schriftlich festhalten, wie er/sie den letzten Workshop empfunden hätte, was besonders gut gewesen sei, was schlecht gewesen sei und wie die anschließende Stimmung war. Herrlich. Die eine Hälfte sagt, alles sei in Ordnung gewesen. Die andere Hälfte sagt, wie aufgeheizt die Stimmung war. Mein Chef? Sagt einfach gar nichts. Und dann gebe ich auch meinen Input und sage, wie geladen ich gewesen sei. Ich unterstelle keine böse Absicht, aber mangelnden Respekt, wenn es „nur“ um die eigenen Kollegen gehe. Wir könnten uns doch mal auf unseren Umgang miteinander konzentrieren und schauen, was wir da verbessern könnten? Und ich bin stolz, denn ich werde nicht unflätig, nicht böse und greife niemanden an. Meine miesgelaunte Kollegin hat trotzdem Verständnisschwierigkeiten. So auch bei allen Übungen, die wir machen – obwohl sie sauber definiert sind. Ich gebe zu, es ist mein Fehler, wenn ich annehme, dass jemand mit einem Diplom in Psychologie in der Lage sein sollte, einfache Fragen zu beantworten. Sie verweist immer wieder auf die „geistige Rüstzeit“. Dann soll sie mal eine Verkäuferin an einer Aldi-Kasse fragen, die Akkord arbeitet. Es läuft trotzdem ganz gut, weil wir endlich auch mal Dinge auf den Tisch bringen, die im Raum stehen, aber kaum einer ansprechen will. Es könnte ja sein, dass man dann was tun müsste. Meine miesgelaunte Kollegin bleibt verloren in ihren Gedanken und fühlt sich dann auch noch von der Formulierung eines Kollegen angegriffen. Oh man. Ich hätte den Jammerlappen echt besser mal abfotografiert und reingestellt. Aber wahrscheinlich hätte sie dann das Heulen angefangen. Die Stimmungsabfrage zum Schluss zeigt, dass es für alle ein guter Termin war – nur für sie nicht, weil sie nun noch niedergeschlagener sei. Ich glaube, ich sollte meine Praxis innerhalb meines Teams eröffnen. Dann hätte ich vorerst mehr als genug Arbeit.
Danach kommen Schlag auf Schlag meine Folgetermine, während mein kleiner Neffe echt sehr leise ins Zimmer kommt und sich in der Küche was zu mampfen nimmt. Der englische Workshop ist im Vergleich zu dem mit meinen Kollegen fast schon ein Spaziergang. Währenddessen stellt mir meine Ich-Sozialtier-das-alle-Menschen-vergrätzt-und-ständig-miese-Laune-schiebt-Kollegin einen Feedback-Termin am Nachmittag ein. Damit mache ich noch weitere Überstunden, aber sei es drum. Etwas angespannt, höre ich dann aber vor allem, dass sie die Führung unseres Chefs vermisse. Und daher sei ich wohl beim letzen Mal in den Fokus geraten mit dem Beschuss. Aber keine Entschuldigung, sondern nur eine Erklärung, weshalb sie sich damit so schwer tue. Häääää? Wie kann ich ihr denn unseren unfähigen Chef schön bzw. zupackend gestalten? Es ist und bleibt ein Jammern bei Null Einsicht, was sie wie für sich anpacken kann. Ehrlich? Ich möchte so nicht leben. Wahrscheinlich spuckt sie morgens und abends immer ihr eigenes Spiegelbild an. Was weiß denn ich, was in solch miesepetrigen Menschen vor sich geht?

Mich hat der Tag so durch die Mangel gedreht, dass ich zunächst nicht weiß, was ich für die Bagage am Abend kochen soll? Kennt Ihr das? Wenn Ihr so richtig bräsig im Kopf seid und nicht wisst, ob Ihr Euch die Rinne verzinken sollt oder einfach kurz etwas kaputthaut, damit die Anspannung weggeht? So geht´s mir. Ich koche zwar was, aber eben nur was Einfaches. Erst als ich wesentlich später mit meiner Sis eine Runde spazieren gehe, wird es gut und löst sich auf. Ich werde manche Menschen nie verstehen. Und vielleicht sollte ich genau da ansetzen, nämlich dass ich sie gar nicht verstehen muss. So mache ich das bei diesem rotzlöffeligen Dummbaz mittlerweile: Ich lasse ihn einfach links liegen. Wenn sich einer dumm anstellen möchte, dann darf er das. Da bediene ich nichts, da will ich dann auch nicht mehr. Der darf dumm sterben oder sich Schläge vom Leben anderswo abholen. Bei vielen anderen – und kosten sie mich noch so viele Nerven, wie ein Heinz – gebe ich mir trotzdem noch Mühe. Ich glaube, wenn ich das auch noch aufgebe, dann kann ich da gar nicht mehr arbeiten gehen. Kann Corona nicht vorbei sein und man dann neue Segel setzen? Bei der derzeitigen Ungewissheit fällt mir das einfach zu schwer. Aber ich hoffe ganz stark auf danach. Sozialarbeit im eigenen Team auf Dauer zu leisten, ist nämliich gar nicht so lustig, wie es sich manchmal liest.

Kaffeepulver-Sommersprossen

Der Tag plätschert nur so dahin. Der Kleine liegt komatös im Bett. Tja, so ist das, wenn man mit den Großen trinken möchte. Aber er hat nach zwei Wochen Praktikum nun zwei Wochen Ferien vor sich. Beim Praktikum ging es auf große Baustellen in Köln und Düsseldorf. Und entsprechend früh musste er jeden Morgen los. Da darf man im Anschluss auch mal feiern, finde ich. Nur ist damit auch Schlafen über Tag angesagt. Der Große kommt irgendwann auch zurück von seiner Süßen. Wesentlich besser als der Kleine sieht er nun auch nicht gerade aus. Aber immerhin ist er auf den Beinen.
Auch das hat sich zu früher verändert. Wir mussten jeden Sonntagmorgen zur Messe – egal, wo wir am Abend zuvor wie lange waren. Für meinen ältesten Cousin galt dasselbe. Und er war immer da – nur sein Zustand war stets derangiert. Beim Friedensgruß während der Messe hatte meine Mom mal das Gefühl, von seinem Atem noch betrunken zu werden. So etwas hätten meine Eltern nie geduldet. Bei meinem Cousin wurde darüber gegrinst. Bei uns wäre es ein absolutes No-Go gewesen. Gut, das war es ebenso, lange wegzubleiben. Ich habe ja immer schon meine Schlafzimmertür geschlossen, dass meine Mutter dachte, ich sei Zuhause. Sie hatte zum Glück einen tiefen Schlaf. Meist war ich ja ohnehin mit meinen Cousins unterwegs. Aber die Rockfabrik fand mein Vater indiskutabel. Da würden nur Drogen vertickt. Pfffff…dafür brauchte man nicht in die Rockfabrik zu gehen. Aber das zu sagen, war müßig. Mein Vater war – und ist – sachlichen Argumenten gegenüber bis heute nicht aufgeschlossen. Meine Sis hat die Strategie entwickelt, den Kopf einzuziehen und zu schweigen. Meine Hörner hingegen lassen sich schlecht einklappen. Als Kind schon nicht. Naja, immerhin weiß man so bei mir immer, woran man ist. Nach meinem ersten Besuch der Rockfabrik – darauf stand bei uns nahezu die Todesstrafe „nur über meine Leiche geht Ihr dahin!“ – habe ich am nächsten Morgen die Ärmel hochgezogen und meine Venen gezeigt. Mein Kommentar: „Guck´ mal, ich war gestern in der Rockfabrik. Komisch, keine Einstiche.“ Für einen Augenblick haben alle – meine Sis, meine Mutter, mein Vater und ich – gedacht, jetzt zimmert er mir eine, aber dann ging es ohne das vorüber. Meine Mutter hat bis vor ein paar Jahren immer noch gedacht, ich müsste doch Drogen ausprobiert haben. Schlimm, wie wenig sie ihr Kind gekannt haben…und kennen. Aber ich muss mittlerweile auch zugeben, dass ich den Informationsfluss auf oberflächliches Blabla reduziert habe. Sie verstehen meine Welt ja doch nicht – so, wie ich ihre auch nicht. Da finde ich es echt gut, wie offen meine Neffen groß werden und wie locker wir miteinander umgehen können.

So müde vom Abhängen, kommt nach dem Mittagessen die Idee auf, jetzt einen Espresso zu trinken. Nur haben sie hier keine Espressomaschine. Ich habe erst vorgestern einen Espressokocher geerbt – ganz ohne dass jemand sterben musste! (Danke noch mal!!!) Der lag noch im Auto, weil ich ihn ja mit nach Dachau nehme, wenn ich übernächste Woche zurückreise. Wir sind in diesem Haushalt nur drei Koffein-Abhängige. Meine Sis und der Kleine verabscheuen schon Kaffee – da passt auch kein Espresso ins Bild. Aber wir drei anderen haben es dann ausprobiert. Ich bin bei so was erstmalig immer nervös. Das Wasser wird eingefüllt, das Sieb mit dem Kaffeepulver befüllt und die Kanne obenauf festgespannt. Dann ab auf den Herd und warten – sowie hoffen. Dazu muss man sagen, ich hatte da mal eine Begegnung der dritten Art. Wir haben im Freundeskreis eine Art „perfektes Dinner“ unter Freunden gemacht. Reihum haben wir einander bekocht. Als wir bei einer Freundin waren, hat sie ihren Espressokocher befüllt. Leider hat sie im Eifer des Geplauders den Dichtungsring vergessen. Irgendwann gab es einen Knall, und das feuchte Kaffeepulver hat sich über die ganze Küche und die Menschen darin verteilt. Nach einer Schrecksekunde haben wir festgestellt, dass niemand verbrüht worden ist. Erst danach haben wir uns über die Kaffeepulver-Sommersprossen kaputtgelacht. Den Umriss eines Anwesenden konnten wir genau an der Wand nachzeichnen. Mannomann…ich habe die Küche viel später mal mit meiner Freundin neu gestrichen. Wir sind noch an Kaffeepulver-Rückständen ausgekommen und haben uns beglückwünscht, dass das so glimpflich abgegangen war. Daher bin ich eher hibbelig und aufgeregt. Es läuft, wie am Schnürchen. Und so trinken wir zu dritt, was die Kannee hergibt. Die Espresso-Tässchen sind gut gefüllt. Mein Schwager und mein Neffe trinken zwei davon. Ich mag ja nichts wegschütten, was so gut schmeckt, also trinke ich drei Tässchen. Alle denken noch, ich würde nun wie ein Duracell-Hase rumflippern, aber stattdessen könnte ich pennen. Ich gehöre zu den Menschen, die auch nachts noch Kaffee oder Erpresso trinken und trotzdem danach schlafen können.
Ich penne allerdings kein Ründchen, denn ich will ja in der Nacht gut schlafen. Morgen wird es ja bekanntlich einen Showdown geben. Da muss ich fit und ausgeschlafen sein. Entsprechend gehe ich früh ins Bett, denn ob die Nationalmannschaft gewinnt oder ein Sack Reis in China umkippt – mich juckt beides nicht. Ich freue mich über meine neueste Errungenschaft, die ich als Kriegsbeute mit nach Dachau schleppen werde. Ach, das Leben ist schön – mit oder ohne Kater und mit oder ohne Espresso (mit aber natürlich schöner).

Nix geht voran

Manchmal wäre ich schon auch gerne noch mal jung. Nicht so richtig, richtig jung. Aber so Mitte, Ende 20. Die Pubertät hätte ich gut hinter mich gebracht. Das klingt doch verlockend, oder? Warum ich da jetzt so drauf komme? Ich seh‘ meinem großen Neffen zu. Er was bis ein Uhr nachts unterwegs, ist dann aber morgens schon zeitig auf. Und dann geht’s auch bereits los, einen Balken bei einem älteren Pärchen am Haus austauschen. Anschließend folgen noch ein paar letzte Handgriffe beim Aufräumen der Baustelle am kleinen Fachwerkhaus. Zwischendurch wird noch eine Bank montiert, die er und seine Kumpels im Dezember angefertigt hatten. Vor und nach dem Mittagessen schreinert er jetzt für seine Mutter ein Gemüseregal für die Garage. Er ist immer beschäftigt. Mir fallen fast die Augen zu. Er hingegen strotzt vor Energie. Ach, das war schon anders früher, als ich noch jung war. Dabei gehöre ich ja auch zu den Leuten mit einem hohen Energielevel. Menschen, die so gar nicht aus dem Pudding kommen, sind überhaupt nicht meins. Nur schwindet meine Energie mit zunehmendem Alter schon immer mehr. Andererseits… als ich noch so jung war – mein Neffe ist gerade mal 18 Jahre – hatte ich auch viel mehr Energievampire um mich herum. Von denen habe ich mich so mit und mit gut getrennt. Es gibt sie noch, hier und da – vor allem beruflich. Doch das ist der Vorteil vom Alter: Mir wird’s immer mehr egal, bestimmten Menschen nicht mehr zu gefallen. Insofern… ach, bleibe ich doch meine 44 Jahre alt und muss mich an manchem nicht mehr abarbeiten. Hat auch was für sich.

Diese Nacht wird zu allem Übel auch noch die Uhr vorgestellt. Dabei bin ich so schon immer müde genug. Puh! Und die EU-Kommission wollte sich doch darum kümmern, endlich diesen Sommer-Winterzeit-Wechsel zu unterbinden, weil er nur nervt und schlaucht. Aber das haben sie auch verbummelt. Es ist eigenartig, dass so rein gar nichts geregelt werden konnte. Seit 13 Monaten ist in allen Belangen alles auf Eis gelegt, was nichts mit Corona zu tun hat. Ich schätze mal, um Kräfte zu bündeln, wäre die Begründung bei Nachfrage. Oder – wie eine liebe Freundin bei einer Bewerbung zu hören bekommen hat: „Sie stehen nicht auf meiner Prioritätenliste.“ (Wäre doch toll, dann mal zu antworten: „Ok, dann habe ich leider kein Foto/ keine Rose für Sie!“) Doch wenn es an einer Priorisierung zugunsten von Corona-Themen liegen würde, sollte man zumindest da einen Effekt sehen, oder? Ääääh… Ich seh ihn nicht. Langsam geht es mit dem Testen voran, nachdem die Fußball-Affen auf diesem Gebiet immer schon bevorzugt wurden. Hat sich mir bis heute nicht erschlossen. Das Impfen kann man schon nicht mehr schleppend nennen, so langsam bewegt sich da nur überhaupt etwas. Die Digitalisierung? Da waren wir vorher schon die Steinzeitmenschen im weltweiten Vergleich – wir haben in den 13 Monaten nicht viel aufgeholt. Und über die Schulen will ich schon fast nichts mehr sagen, weil die armen Lehrer sonst noch das Heulen anfangen. Ich bleibe in dem Punkt bei meiner Haltung: Abschaffung der Verbeamtung und leistungsbezogene Bezahlung. Dann würden sich auch mehr von denen bewegen. Wieso werden nicht mehr Arbeitspakete aufgeteilt? Also, nicht nur bei den Lehrern, sondern auch bei den Politikern? Ja, ich weiß, dass es Schwerpunkte gibt und die Arbeit verteilt ausschaut. Aber es wirkt nicht so. Nehme ich mal wieder meine Neffen: Der Große macht alles, was mit Holz zu tun hat, der Kleine dafür alles, was das Elektrische betrifft. Jeder weiß, was er zu tun hat, wen er um Hilfe bitten kann und legt dann selbständig los. In der Politik und bei den Lehrern läuft es hingegen, wie bei vielen meiner Teamkollegen: Sie sind nur gegen etwas, aber nie aktiv für etwas. Wäre ja auch noch schöner, denn nachher müssten sie was dafür tun. Und ihnen würde die Munition fürs Meckern ausgehen. Nicht auszudenken! Da könnten wir am Ende ja mal zufrieden sein! Wie ätzend, blöd und langweilig! Ihr seht schon: Ich bin voll in Stimmung für Montag. Mal schauen, ob ich dann in zwei Wochen überhaupt noch nach Bayern zurückfahre? Falls nicht, kann ich noch länger Reisfla futtern. Es hat alles so seine Vorteile…

Reisfla – ein Stück Glückseligkeit

Es gibt in jeder Region so bestimmte Delikatessen. Und wenn man die eine Weile entbehren muss, freut man sich umso mehr auf sie. So geht’s mir mit belgischer Reisfla (auch Fladen genannt). Ich liebe das Zeug. Und da ich heute Richtung Aachen fahre, weiß ich schon, dass ich eben dieses Zeug einkaufen werde. Einmal als Mitbringsel, aber auch einmal für meine Familie. Meine Sis und der Kleine stehen da auch total drauf. Ich merke allerdings nicht einmal, wie sehr ich davon schwärme, bis meine Mitschülerin von der Fortbildung mir lachend eine Sprachnachricht schickt. Nein, sie kenne das Zeug nicht, aber so, wie ich es beschreibe, klinge es deliziös. Für alle Unwissenden: Es handelt sich um einen Fladen, der mit Milchreis versehen wird und obenauf karamellisierten Zucker aufweist. Ein Gedicht! Eine Offenbarung! Pure Glückseligkeit! Das kann nur verstehen, der das mal hatte und dann darauf verzichten musste. Richtig, das ist kein Leberkaas, keine Weißwürschte, sondern einfach was Süßes. Warum lebe ich eigentlich in Bayern??? Das frage ich mich mitunter auch des Öfteren. Da fehlt ja nicht nur die richtige Süßspeise, sondern vor allem auch das Meer. Gut, das fehlt im Rheinland auch. Aber da habe ich zumindest Rheinländer mit ihrem positiven Gemüt und die richtigen Süßspeisen. Et is abba auch nisch so leischt, wa?

Meine eine Kollegin war heute wandern. In aller Herrgotts Früh ist sie mit einer Freundin einen Berg bis oben gelatscht. Das kann mir ja nicht passieren. So früh hat ja noch kein Sessellift geöffnet. 😂 Ehrlich, ich versteh nicht, wie man sich da früh morgens freiwillig hochquälen kann, aber jeder Jeck ist da ja anders. Und das ist wiederum das Verlockende an Bayern: Die Berge. Wie überaus passend, dass ich ein Meer-Mädchen bin. 🤦‍♀️

Apropos jeck und regional: Heute hat der Kumpel von meinen Neffen Geburtstag. Das ist derjenige, der an meinem Geburtstag einfach so vorbeigeschaut hat und Küsschen (also die Schoki) im Gepäck hatte. Coronabedingt ist sein 18. letztes Jahr schon ausgefallen. Durch die Verschärfungen gilt das heute leider auch wieder. Dabei hatten meine Sis und ich überlegt, einen Mett-Igel zu basteln und ihn damit zu überraschen. Nur geht ja zurzeit wieder gar nichts. Das ist echt so schade für die Jugendlichen. Es muss nicht alles Party sein, aber der 18. ist schon was Besonderes. Der ist mir nachdrücklicher in Erinnerung als mein 30. oder 40. Zu meinem 18. hat ein Kumpel meinen besten Freund, der Jahre zuvor weggezogen ist, angeschleppt. Das war der Wahnsinn. Es wurden ein Wagenrad-Brot und zwei Schalen Kräuterbutter geklaut. Ein saublöder Cousin hat durchgesetzt, dass vom gesammelten Geld ausschließlich Putzutensilien gekauft wurden – weil sich das für Frauen so gehört. Ich habe geheult, als Tim sich verabschiedet hat, weil ich dachte, ich sehe ihn niemals wieder (was aber nicht stimmte). Dafür war mein Freund angepisst und hat mir eine Szene gemacht (den bin ich hingegen erst Jahre später los geworden). Hallo?! Das waren damals die ganz normalen Dramen… und die braucht es auf dem Weg zum Erwachsenwerden. Das geht den Jungs und Mädels heute total ab. Und das tut mir leid. Manche werden regelrecht depressiv, weil ihnen die Freunde fehlen. Diese Zeit war so intensiv, so voller Leben und emotionaler Achterbahn, dass mein Leben heute schon fast einem langweiligen Drei-Akter ähnelt. Ob die Jugendlichen das Feiern nachholen? Oder ob sie schon früher in die Midlife Crises kommen? Wir dürfen gespannt sein.

Und so krabble ich jetzt ins Bettchen, nachdem ich mir heute eine fette Sauerstoff-Vergiftung zugezogen hab. Ich war stundenlang draußen, was ungewohnt, aber doch mal wieder schön war. Leben am Limit ist es nicht gerade, aber Leben in der Zufriedenheit – zumindest für den Moment. Tut doch auch mal gut.

’nen Hau raus

Ist das schön… Ich kann ausschlafen. Gut, jetzt nicht bis in die Puppen. Das kann ich gar nicht mehr. Wenn ich daran denke, wie ich früher mit meiner Mom deswegen diskutiert hab. Sie war immer schon Frühaufsteherin. Meins war das nie, aber gut. Doch je älter ich werde, desto weniger lang kann ich im Bett liegen bleiben. Naja, irgendwas Gutes muss das Älterwerden ja haben. Wenn die Zeit schon schneller rast, dann ist es auch gut, mehr Stunden zur Verfügung zu haben. Ja ja, ich weiß, das klingt nach seniler Bettflucht. Is auch wurscht.

So bummelig geht es auch weiter. Meine Sis und ich frühstücken in Ruhe und quasseln um die Wette. Ich glaube, so was können wieder nur wir Weiber. Ohne Punkt, Komma oder Luftholen. Wir fahren dann – ich muss es zu meiner Schande gestehen – zum dämlichen (ich weiß, dänischen) Bettenlager. Auch so ein Frauenphänomen: Nix zu brauchen, einfach so mal in so einen Laden zu gehen und dann doch mit Beute den Laden zu verlassen. Wir waren nur kurz dort. Ich weiß nicht, wie Leute diese FFP2-Masken stundenlang tragen können? Mich strengt’s immer noch an wie Sau. Da merke ich dann doch, wie gut es mir im Home Office geht. Ob das je wieder so wird, wie es vor Corona war? Ob ich das überhaupt gut fänd? Ich weiß es nicht. Ich bemerke nur im Laden, wie eine Frau durch die Gänge läuft und vor sich hinbrabbelt und -summt. Au Backe, ich glaube, viele von uns haben noch ’nen größeren Hau weg, wenn das alles vorüber ist, als das vorher schon der Fall war. Und das will was heißen. Die berufstätigen Mütter werden neurotischer sein, die Singles sozialphobisch, manche Paare auf ewig geheilt von der Vorstellung Beziehung usw. Neurosen, Angststörungen und Burnout werden die Top drei der psychischen Störungen sein. Da kann jeder froh sein, der nur leicht einen an der Murmel hat. Wenn Ihr also mit Eurem Kühlschrank redet, ist das völlig ok. Kritisch wird’s, wenn Ihr ihn ganz in echt antworten hört. Es sei denn, es liegt Schoki drin – so wie in meinem Kühlschrank. Die könnt Ihr hören, die kann nämlich ganz ehrlich sprechen… und ja, manchmal auch betteln. Das tut sie, wenn sie unbedingt gegessen werden will. Und die darf man dann auch nicht ignorieren, weil das sonst ganz schlecht fürs Karma ist. Ob ich mal hab überprüfen lassen, ob ich noch dicht bin? Nö. Wozu auch? Da ist Hopfen und Malz verloren. Ich höre meine Schoki auf 640 Kilometer Entfernung noch. Naja, da kümmere ich mich nach meiner Rückkehr drum. Warum? Weil ich gutes Karma will. So.

Gut angekommen

Heute Morgen lerne ich ein neues Wort kennen. Mütend. Eine Mischung zwischen müde und wütend. Passt doch hervorragend in unsere Zeit, oder? Die Stimmung wird stetig gereizter. Auf meiner Fahrt in die Heimat höre ich es dann tatsächlich noch weitere zwei Male im Radio. Scheint der letzte Schrei zu sein. Und in der Tat trifft es wohl die Stimmung vieler. So auch die von Heinz. Der Schönne schreibt schon um 6:30 Uhr eine Mail an unseren Chef – mit allen in cc. Er müsse planen! Daher solle sich unser Chef bitte SOFORT darum kümmern, ob wir nun am 1.4. einen Ruhetag hätten oder jeder Urlaub nehmen müsste oder was? Und ja, ich werbe ja durchaus für Verständnis. Und ja, ich weiß, Heinz braucht ganz viel Sicherheit. Ein paar Stromschläge wären allerdings auch nicht verkehrt. Oder Haiknabberversuche…😉 Oh man, wieso muss der da so eine Welle machen, wenn jeder Depp schon weiß: Diese Ansage der Politik hat alle Firmen eiskalt erwischt. Und mittags ist dann auch klar, dass alles zurückgenommen ist. Ich vermute, Heinz musste zwischenzeitlich schon mit Valium nachhelfen. Ist das ein Zirkus.

Derweil bin ich bei einem „Contracting“. Es hört sich auf Englisch einfach wichtiger an. Aber mit den Jungs ist es ganz lässig. In einer Sache sind sie unschlüssig, weshalb meine Kollegin meint: „Ok, nicht erschrecken. Ich weiß, das klingt jetzt bestimmt esoterisch…“ Ich halte die Luft an, weil ich Angst vor Ausräucherung mit weißem Salbei habe. Ihr lacht vielleicht, aber ich hab’s schon mal erlebt. Dabei fragt sie dann ganz schnöde nach dem Bauchgefühl. Hä? Das soll esoterisch sein? Und so äußere ich mich dann auch. Sie schiebt erklärend hinterher: „Ach, Du weißt doch, wie Männer reagieren, wenn man von Fühlen spricht.“ Ich lache und kommentiere: „Ein Hoch auf die Klischees!“ Die Jungs murren auch sofort ob der infamen Diskriminierung. Und so fühlen wir uns dann kichernd durch den Termin. Ist schon lustig, wenn man sich einfach mal nicht so ernst nimmt. So was sollte es auf Rezept geben. Am besten was Intravenöses, was ich meinem hochdotierten Kollegen in die Vene jagen könnte. Oh, ich bin echt böse.

Um kurz nach elf kann ich dann auch schon auf die Bahn. Mein Abwesenheits-Assistent ist aktiviert. Die Sonne scheint so ungewohnt, dass ich das nur mit Sonnenbrille packe, doch das genieße ich auch. Aus dem Radio kommt zwischen den Liedern immer mehr Frustiges. Wie wohl die Zukunft aussehe? Ganz übel. Und da denke ich mir so: Ich freu mich auf die Zukunft. Ja, ganz ehrlich. In der Zukunft wird es selbstfahrende Autos geben. Alter, da kann ich chillen, wenn ich die 640 Kilometer abreiße. Durch intelligente Steuerung wird es zu kaum noch Staus kommen. Ja, wie geil klingt das denn??? Ich will mir wohl einfach nicht die Laune verhageln lassen. Und so umfahre ich locker eine Vollsperrung (dem Navi sei Dank!) und reiße die Kilometer in sechs Stunden ab. Zur Belohnung gibt’s ne Umarmung, eine sauleckere Kartoffelsuppe, ein kühles Radler und ein paar blöde Sprüche. Ich bin gut angekommen und schlafe nun zeitig. Des is scho schee.

logisch und unlogisch – wie´s gerade passt

Heute ist es vielleicht bekloppt. Meine privaten Mails kann ich nicht abrufen. Dauernd bekomme ich – ungefragt – die Nachricht, dass die Mail-Funktion angehalten worden wäre. Es geht nix vor, nix zurück. Dann verlangt mein Arbeits-Laptop auch noch einen Neustart. Auf Anraten eines Freundes nehme ich den Router vom Strom und starte ihn erneut. Keine Veränderung. Ist doch nicht normal! Ich wähne mein Handy schon im Handy-Himmel. Vielleicht ergeht´s mir, wie meiner Nachbarin, die ich derzeit nicht mehr ganz so süß finde, wie vor dem AfD-Video. Ich sag´ ja: Bekloppte Welt.

Im Job sitze ich wieder in mancher Veranstaltung, die sich wirklich jeder gerne ersparen würde – mit Ausnahme von Heinz. Er verfasst heute auch extra noch mal eine Mail mit einem flammenden Plädoyer, unbedingt an der Abteilungsrunde festzuhalten, weil diese enorm wichtig für ihn sei, da er dort auch Informationen abgreifen könne, die ihm helfen würden, seine Coachees besser zu beraten. Ja nee, is klar, ne? Er schart eben solche Veranstaltungen um sich, wo er Wissen abgreifen kann, ohne auch nur einen Finger selbst krümmen zu müssen. Es ist faszinierend, womit manche Menschen so ihre Zeit totschlagen. Da fallen mir gerade die Haie wieder ein…
In der besagten Runde, an der ich dann heute doch teilnehmen muss, fragt der Leiter, wie sich das denn gerade mit den Coachees entwickle – wohlgemerkt, diese sind anwesend. Hat was von: „Na, hat der Kevin heute in den Sandkasten gekackt oder hat er sich benommen?“ Ich sage, dass alle meine Coachees voller Tatendrang dabei seien, was auch echt den Tatsachen entspricht. Aber die Zahlen…hm, da wäre ja ein Bug in der Datei?, stochert er nach. Ich kann´s nicht lassen: „Richtig, Sepp. In Deiner Datei ist ein Bug. Die Frage war, wie meine Coachees arbeiten. Da kann ich nur sagen: Einwandfrei und voller Schwung.“ Mal ernsthaft: Was kümmert mich seine scheiß Excel-Datei? Eben.

Irgendwann kommt es zu einer kurzen Rücksprache mit meinem Chef – ungeplant. Und eigentlich baut er gerade Überstunden ab. Aber uneigentlich passt es ihm ganz gut, mit mir zu reden. Er ist ein wenig verändert. Er stammelt nicht herum, bedankt sich mal wieder für mein Engagement, erwähnt auch, dass er wahrnehme, dass ich volle Hütte hätte. Wir hätten ja auch bald unser Performance-Gespräch (wie ich diese Wörter liiiiiiiiebe). Da sage ich: „Ok, dann bereite Dich schon mal auf die Frage vor: Wie können wir mich in die nächste Stufe entwickeln?“ Nun stammelt er doch: „Ääääh, des…jo….do is des Gespräch schnei voabai.“ Ich hake nach: „Mit anderen Worten: Is nich?“ Kleinlaut: „Jo.“ Ich bin entspannt, weil ich mit nix anderem gerechnet habe. „Weißt Du, ich habe mal nachgeschaut, was es braucht. Sonderaufgaben, Zusatzmandate und flexible Einsatzfähigkeit. Mmmh, korrigiere mich, aber das mache ich doch schon, oder?“ Zackig antwortet er: „Obsolut. I woaß des a. Oba…do is nix zum mochn.“ Ich weiß, dass er mit seinem völlig überteuerten Team wirklich derzeit keinen Handlungsspielraum hat. Aber ich sage ihm, dass die Argumentation schon vorher hätte herhalten müssen – und dann hätte er den anderen außertariflich Bezahlten ins Team geholt. Schon komisch, gell? Er wisse das alles. Und es nerve ihn selber. Doch es gebe keinerlei Möglichkeit. Und so kommentiere ich nur nüchtern: „Ah ja. Ich mache wohl was falsch.“ Neiiiiiiin, auf keinen Fall. Ich weiß auch, dass er das so sieht. Nur ist es irgendwie krank, wie es bei uns läuft. Mit Logik oder rationalem Denken hat das nichts zu tun. Es ist ein Jahr des Wandels, was ich an vielen Stellen bemerke. Ich bin innerlich auch ruhig, was das Thema betrifft, weil ich weiß, wie endlich das Ganze ist. Es trägt nur nicht gerade zur Motivationssteigerung bei. Allerdings ist es dennoch ein angenehmes Gespräch. Ist ja auch mal was.

Mittlerweile habe ich meinen Handymann des Vertrauens am Apparat, der mir bestätigt, dass wohl irgendwas im PlayStore schief gelaufen sei. Er hilft mir, aber ich bin natürlich immer schon drei Schritte vor dem ersten. Ganz schnuffig sagt er dann: „Claudi, Schatz, mach´ bitte jetzt genau, was ich Dir sage – nix anderes.“ Hahaha. Das ist ja auch immer das, was ich von anderen fordere. Aber meine verkackte Ungeduld will nicht so mitspielen. Derweil ist meine Freundin schon eingetrudelt. Zum Glück habe ich den Salat schon fertig. Und so können wir in Ruhe ganz gesund essen – bevor es dann Schoko Soufflés gibt. Kennt Ihr das? Wenn Ihr was Gesundes gegessen habt, denkt Ihr dann auch, Ihr müsst Euch mit was Süßem belohnen? Der Logik kann ich immer folgen. Die ist für mich so nachvollziehbar, wie 1 + 1 = 2. Wobei mir da durch den Kopf schießt, wie ich einmal in einer Mathe-Vorlesung an der RWTH Aachen gesessen habe, wo es dann hieß: „1 + 1 = 0 im Raum zweier Zahlen.“ Ach, Ihr mich auch! Ich bleibe bei meiner einfachen Logik, wo Schoki alles heilen kann. Und dann noch einmal schlafen, weil dann alles rosarot und gut wird. Ich erfreu´ mich an meiner heile-Welt-Mädchen-Logik und wünsche Euch zauberhafte Logiken, die Euch passen. Hex, hex!

ich träume von Haien

Ich bin ein WDR4 geschädigtes Kind. Heute Morgen, als unser Team-Meeting beginnt, möchte ich Roland Kaiser zitieren und losschmettern: „Ich glaub´, es geht schon wieder los…das darf doch wohl nicht wahr sein“. Aber ich singe nicht – obwohl das Mikro ohnehin ausgeschaltet ist. Vielleicht ist eine Möglichkeit, hiermit umzugehen, ein neues Fernseh-Format zu stricken. Wir haben doch schon „Wer wird Millionär“ und so ´nen Kaas. Meine Show würde lauten: „Fragen, die die Welt nicht braucht“. Jede Woche würde es ein best of geben, was sich die lieben Kollegen so aus der Rübe drücken. Ich glaube, ich würde nahezu jedes Mal gewinnen. Obwohl…nee, dann würde ich meinen Job ja an den Nagel hängen und diese Show moderieren. Ich glaube, ich sollte mehr Energie auf diese Idee verwenden. Da könnte was gaaaaaaaaanz Großes draus werden. Im Ernst: Es ist wieder zum Verzweifeln. Nachdem Heinz durch sein Tal der Tränen geschritten ist und nun die wichtigen Dinge priorisiert hat, hat er wieder ganz viel Puste für lauter unsinnige Fragen. Mein Chef erklärt, er würde da was mit dem Studenten erarbeiten. Heinz: „Und wo sitzt der?“ Mein Chef: „Äääääh…dahoam…also…ääääh…moastens. Hin und wieda a im Office.“ Bayrisches Englisch – ein Traum. Heinz wieder: „Wie oft sind die Studenten denn im Büro vor Ort?“ Dazu muss man sagen, dass Heinz jetzt seit Anfang Dezember gar nicht mehr in der Firma war. Ob der Typ nun also auf Platz A oder Platz B sitzt, ist noch unwichtiger für mich, wie die empfohlenen Nährstoffe einer Meise. Aber nein, Heinz erklärt: „Ist ja auch mal spannend zu wissen, gä?“ FÜR WEN???
Ich gebe kurz die Info, dass wir an einer Abteilungsrunde nicht mehr teilnehmen, da wir da auch keine Aktien drin hätten. Zur Erstplanung war noch unser Input gefordert, aber danach gab es keinen Coaching-Auftrag, weshalb wir nun raus seien. Heinz wieder: „Aber ich fand das schon immer spannend, was die da besprochen haben.“ Lies´ ein Buch, Du Volldepp! Oder kauf´ Dir eine Zeitung. Oder spiel´ an Deinen Zehen rum. Er jammert seit Monaten, zu viel zu tun zu haben, aber möchte an Austauschrunden teilnehmen, die ihn gar nicht betreffen – nur weil es spannend sei. Ich möchte ihn über einem Haifischbecken abseilen…ganz langsam. Das fänd ich spannend. Wie hoch die Haie wohl über den Wasserspiegel in die Höhe schnellen können? Das klingt doch mal echt spannend, oder? Vielleicht sollte ich auch so eine Show moderieren? Ach, ein Hoch auf meine Phantasie.

Später nehme ich an einer anderen Runde teil. Anschließend darf ich Feedback geben. Aber dazu komme ich zunächst gar nicht, weil sich der Teamleiter über „des gonze Gschiss aufrega daat“. Logisch. Damit ist die Firmenpolitik gemeint. Und wo die Firmenpolitik Thema ist, ist die Politik im Allgemeinen auch nicht fern. Und ja, das sind einfach Themen, die uns alle derzeit umtreiben, schätze ich. Daher lasse ich ihn zunächst schimpfen. Sein Mitarbeiter kennt das Phänomen auch und spielt ebenfalls „Still ruht der See“. Bis der Teamleiter dann raushaut: „Un dära schwuchtelige Spahn, die dumme Sau, die bleede. Konn si jetz mo rächtfärtign, gä?“ Ich mag Spahn auch nicht, keine Frage. Aber was hat das mit seiner sexuellen Orientierung zu tun? Und genau das frage ich dann den Teamleiter. Nee, also, nee, man könne ja heute sehr vieles sein, aber schwul? Das gehe gar nicht! Ich schaue noch mal sicherheitshalber auf den Kalender: „Fred, wir schreiben aber schon das Jahr 2021. Das ist Dir bewusst, oder?“ Aber er ereifert sich weiter: „Däar koa sei, wos er wuil. Oba als Gesundheitsminista? Do geht des fei goar net!“ Das Schlimme: Das ist sein Ernst. Ich versuche es anders: „Wenn Dein Sohn denn eines Tages mal ankommt und Dir gesteht, er sei schwul. Was machst Du dann? Verbannst Du ihn?“ Er holt tief Luft: „Des moacht däa neet. Un wenn, do bin i scho long doat.“ Da setzt es bei mir ja immer wieder aus. Wie kann man so geistig derangiert sein, dass einem das was ausmachen kann? Ich mag die Art von Jens Spahn nicht. Und seine politischen Entscheidungen gehen mir gerade gehörig auf den Zeiger. Und gerne würde ich ihn auch austauschen auf der Position. Aber wen er liebt, was er mit demjenigen anstellt und was nicht, das ist mir so vollkommen scheißegal! Ich glaub´ echt, es hackt langsam. Wie krank ist das denn bitteschön? Diskriminierung geht einfach gar nicht. Aber mach´ das mal engstirnigen, dummen Leuten klar. Da beiße ich mir die Zähne dran aus, da sie ja so Null empfänglich für sachliche Argumente sind. Trotzdem kann ich da den Mund nicht halten und sage ihm, was ich denke. Es bewirkt nur leider nichts. Normalerweise mag ich ihn ja, auch wenn sein Führungsstil grottig ist. Aber gerade denke ich mir, ich könnte ihn – zwecks Umprogrammierung – auch mit in meine Hai-Träume integrieren.

Derweil zähle ich weiter: Noch zweimal schlafen. Ich muss noch packen und einiges wegarbeiten, aber dann steht der Auszeit nichts mehr im Wege. Gut, zwischendrin arbeite ich ja noch mal einen Tag, an dem ich mich garantiert wieder über meine Kollegen ärgere, aber das passt schon. Ich brauche das wohl, wie Blumen ihr Wasser brauchen. Trotzdem würde ich mir mehr Offenheit und Toleranz wünschen. Gut, letzere schwindet bei Heinz ja auch schon wieder bedenklich. Zu meiner Verteidigung muss ich allerdings sagen: Ihr müsstet ihn mal live erleben. Ich glaube, Ihr würdet dann alle mit an meiner Hai-Idee basteln. Doch wir müssen auch an die Haie denken. Das könnte nämlich echt eine Quälerei für die Tiere sein, Heinz anzuknabbern. So, wie der aussieht, ist der garantiert nicht bekömmlich. Ich bin gemein, ich weiß. Macht aber nichts. Er kriegt´s ja nicht mit.
Und da das Beste zum Schluss kommt, haue ich noch einen raus: Heute Abend gibt es endlich wieder ein Corona Spezial. Freunde der Nacht, ich kann Euch nicht sagen, wie glücklich mich das macht. Ehrlich. Wenn ich nur zwei Menschen für meine Hai-Vorstellung in petto hätte, wäre das langweilig. Ich erweitere um die Leute, die die Menschheit immer mehr verunsichern und an ihrer Seriosität zweifeln lassen. Und diese Spezial-Sendungen nerven einfach nur noch. Ihr seht: Ideen habe ich genug. Allein mich zu entscheiden, wird die Herausforderung sein. Ihr dürft gespannt sein.

Nachdenklich zum „Danach“

Kennt Ihr dieses Phänomen: Nur die Originale sind super? Hin und wieder kann ein zweiter Teil auch mal ganz nett sein. Ganz selten ist der zweite Teil sogar besser. Allerdings fällt mir dazu nur Terminator als Beispiel ein. Aber so was, wie Highlander? Da hätte kein zweiter Teil gedreht werden dürfen. Trotzdem musste ich schmunzeln, als ich hörte, es gäbe einen zweiten Teil von „Der Prinz aus Zamunda“. Und dann auch noch mit den Original-Schauspielern von damals – die böserweise kaum gealtert zu sein scheinen. Eddie Murphy gehört für mich in die 80er. Trotzdem habe ich damals viel Spaß an diesem Film gehabt. Also ziehe ich mir jetzt echt den zweiten Teil rein. Was soll ich sagen? Enttäuschung umfasst es nicht einmal im Ansatz, was ich hierbei empfinde. Es ist so klamaukig, dass ich brechen könnte. Klar, es gibt ein tolles Star-Aufgebot. Und das beste am Film: Es spielen fast nur schwarze Schauspieler mit. Selbst ein Morgan Freeman gibt sich die Ehre. Vermutlich ist dieser Film auch ein Fingerzeig auf die vielen Filme – auch hier bei uns in Deutschland – in denen Schwarze lediglich als Randfiguren besetzt werden. Und nein, ich bin immer noch nicht zum Gutmenschen mutiert. Aber es ist einfach Zeit für einen Wandel. Und auch, wenn ich immer behaupte, kein Rassist zu sein: Bin ich tatsächlich keiner? Wie eine Freundin von mir letztens meinte: „Wenn ich eine Frau mit Kopftuch sehe, und sie spricht einwandfrei deutsch, dann bin ich schon überrascht. Auch das ist Rassismus.“ Puh. Wenn dem so ist, dann bin ich auch Rassist. Wie sagte eine Schwarze erst jetzt in einer Talkshow: „Ein weißer Mann weiß nichts über Rassismus.“ Aber wir maßen uns an, darüber zu debattieren und Vorschläge zu machen… Das stimmt wohl. Oft genug bilde ich mir auch ein, zu wissen, wie sich manch ein anderer fühlt. Fakt ist: Wir wissen es nicht, solange wir es nicht selbst erfahren haben. Vor vier Jahren in Peru, wenn ich in den kleinen Bussen gefahren bin, dann war ich in der Tat die Ausländische. Aber war das ein Stigma? Wohl kaum. Ein Kind im Dschungel hat mal ganz fasziniert über meinen Arm gestrichen, weil er so weiß war. Aber es war Faszination, kein Ekel. Wieso können Kinder mit so was so selbstverständlich umgehen, aber wir tun uns so schwer und eiern so rum? – Also, der Film ist immer noch schlecht, und trotzdem regt mich die Besetzung zum Nachdenken an. Also hat er doch was gebracht.

Wenn ich nicht gerade über solch politische Dinge nachsinne, denke ich daran: Noch drei Mal schlafen, dann fahre ich heim. Ist ja gar nicht mehr lange. Dann sehe ich meine Lieben wieder. Und wieder gilt: Ich werde viele Menschen nicht treffen, die ich gerne sehen würde, weil die Gefahr einfach noch nicht gebannt ist. Doch mein kleiner Familienkreis, der ist natürlich da – und kann nicht entkommen. Hier staune ich manchmal, wie unterschiedlich die Welten sind, in die ich wie selbstverständlich schlüpfe. In meiner Bude kann es mitunter sein, dass ich tagelang niemanden zu Gesicht bekomme. Das klingt bestimmt befremdlich. Zumindest hätte ich das noch vor gut einem Jahr gedacht. Da bin ich ja bei der Betriebsunterbrechung zu meiner Sis und Familie geflohen. Heute bin ich da relaxt. Aber genauso, wie ich hier oft allein bin (für mich früher eine Horrorvorstellung), bin ich bei meiner Sis ja nie allein. Und das genieße ich da ebenfalls. Vielleicht ist es das Wissen, dass ich wechseln kann, wenn mir danach ist? Während viele wirklich an der Vereinsamung kaputtgehen. Manche, die sogar einen Partner/eine Partnerin Zuhause haben, gehen an Vereinsamung kaputt. Noch hört man nicht, wie die Scheidungs- bzw. Trennungsrate nach oben schnellt. Allerdings rechne ich fest damit.
Ich bin diesbezüglich einfach zufrieden, wie es derzeit bei mir läuft. Manches nervt mich – allen voran mein Team. Aber ich habe den festen Glauben daran, dass sich alles normalisiert. Dennoch bin ich gespannt, wie das neue „Normal“ sein wird. Es hat ein bisschen was von einem Krieg, wo die Leute aus den Bunkern hervorkamen und geschaut haben, was alles zerbombt wurde und was stehengeblieben ist. Ich weiß, dieser Vergleich klingt brachial. Trotzdem empfinde ich das so: Menschen haben sich verändert. Von manchen habe ich Abschied genommen, manche sind mir näher ans Herz gewachsen, ein paar habe ich neu entdeckt. Und das Leben vieler hat sich gewandelt. Erst, wenn keine Staatsgelder mehr fließen, werden wir die Pleiten vieler erkennen. Dann ist fraglich, was daraus entsteht?
Herr Leckebusch ruft überraschend gestern Abend nach 21 Uhr an. Bei so einem Herrn im fortgeschrittenen Alter bin ich dann doch etwas nervös. Aber nö, er hat nur seinen Enkel nach Hause gebracht und dadurch kurz Zeit, ungestört mit mir zu plauschen. Sonst ist ja quasi seine Frau nonstop an seiner Seite. Auch etwas, das sich verändert hat. Aber er sagt etwas, das mich beschäftigt: „Mädchen, wir sind nicht in Frankreich. Die gehen da sofort auf die Straße und demonstrieren. Das tun wir Deutschen ja nicht. Aber wenn es den Deutschen reicht, dann knallt´s immer gewaltig. Hoffen wir, dass es nicht ganz so schlimm wird.“
Im Moment – bei aller Vorfreude auf meine Familie – denke ich auch öfters darüber nach und mache mir etwas Sorgen. Wenn der Schaden erstmal allumfänglich vor uns liegen wird, wenn wir sehen, wieviele „ausgebombt“ sind, wenn die Korruption in der Politik weitere Kreise zieht und die Reichen immer reicher werden, dann hoffe ich, es kommt nicht zu Ausschreitungen. Denn diese treffen häufig die Falschen, wie man es auch in Holland sehen konnte – oder auch in Amerika.

Zivilcourage – wann ja, wann nein?

Die Sonne scheint. Das Haar sitzt nicht. Es liegt nicht an 3-Wetter-Taft. Es liegt am Lockdown. Aber ich bin nun auf dem Weg, diesen Missstand auszugleichen. In meiner sozialsten Fürsorge unterstütze ich die Friseure. Jajajaja, ist schon gut, ich höre ja auf. Aber ich ziehe tatsächlich vor diesem Berufsstand den Hut. Sie stehen den ganzen Tag, dürfen jeden Doofkopp behandeln und verdienen sehr wenig. Meine süße Friseurin fragt mich – nachdem ich wieder alle Angaben gemacht habe – was sie denn tun solle? Ich schaue sie im Spiegel an und sage: „Tob´ Dich aus, und mach´, wozu Du Lust hast.“ Sie strahlt mich an, was ich zwar nur an den Augen erkennen kann, aber da eben sehr deutlich. „Echt? Freie Hand?“ Klar. Ich habe nur immer noch diese Stelle, an der keine Haare mehr wachsen wollen. Die muss natürlich bedeckt bleiben, aber alles andere? Ist mir wurscht. Und dann fängt sie auch schon an: Sie schneidet, schnippelt, kämmt und setzt auch das Messer an. Sie stuft mir alles komplett durch. Zwischendurch befürchte ich fast schon, sie sei in einer Art Rauschzustand. Aber mei, das Unkraut wächst doch eh nach. Also: Was soll´s?
Die Liebe ist türkisch-stämmig, aber schon seit Ewigkeiten in Deutschland. Und in manchem, wie sie redet, empfinde ich sie mal wieder deutscher, als ich selbst bin. Sie bemerkt, genau wie wir alle (schätze ich), die zunehmend aggressive Stimmung. Die Leute haben keine Lust mehr, sich an Regeln zu halten. Und was tut man, wenn man so richtig geladen ist? Man braucht irgendwen, bei dem man es entladen kann. Ich verstehe das zwar nicht so wirklich, aber nehme schon wahr, wie einige Leute immer heftiger unterwegs sind.
Ein Beispiel hierfür: Meine Nachbarin, die kleine, alte Omi. Sie mag auf den ersten Eindruck recht putzig erscheinen. Aber sie ist eben so gar nicht ohne. Vor ein paar Monaten hatte sie ein Paket für mich angenommen. Als Dankeschön hatte ich ihr Schoki gegeben. Ach, das sei doch nicht nötig! „Des is a koa Aufwand! Oba für die Ausländer im Haus, do nehm´ i nix an.“ Äääääh…ja, da war ich dann sprachlos. Ich weiß, wie ich normalerweise auf so was reagiere. Doch bei so einer alten Omi? Es wohnen hier keine Flüchtlinge – und der Spruch bzw. die Haltung wären da schon mehr als unangebracht. Aber wer einen ausländisch klingenden Namen hat, den lehnt sie von vorneherein ab. Bums. Das saß. Zuletzt hatte sie ja Probleme mit dem Handy, wo ich dann noch nachgeschaut hatte. Sie brauchte ein neues, was sie wohl auch irgendwie erworben haben muss, denn sie konnte mir jetzt wieder per What´s App schreiben. Allerdings bekam ich keine persönlichen Zeilen, sondern ein Video. Dabei handelte es sich um ein AfD-Video. Äääääh… Da war ich dann wieder sprachlos. Welche Missetäter sich in Deutschland auf Staatskosten finanzieren lassen würden. Und auch hier war (und bin) ich völlig zwiegespalten: Was soll ich tun? Ich habe es unkommentiert stehen lassen. Mit einem Kollegen habe ich diesbezüglich ja mal richtig gestritten, weil ich eine Null-Toleranz in puncto AfD pflege. Ein Freund meint – zu Recht, schätze ich – wir leben in einer Demokratie. Da dürfe jeder seine eigene politische Gesinnung haben. Dem stimme ich schon auch zu. Aber wie ist das bei so einer Partei? Mir fehlt da komplett die Toleranz.
Und so frage ich meine Friseurin, was sie mir empfehlen würde? Sie schüttelt den Kopf und sagt: „Bei älteren Menschen sage ich auch nichts. Ich habe gelernt, dass man da respektvoll zu sein hat.“ Genau so ist meine Erziehung auch gewesen. Aber so eine Dame richtet ihren Hass und ihre Intoleranz ja auch gegen jemanden, wie meine Frisuerin. Sie hat einen ausländisch klingenden Namen. Und man hört ihr an, dass sie nicht hier geboren worden ist. Also: Was tun? Ich bin immer für Zivilcourage. Aber ich bin andererseits auch für Demokratie…und auch für Respekt gegenüber älteren Menschen. Nur verspielen sie diesen nicht auch mit solchen Aussagen? Wo zieht man die Grenze? Ich weiß es nicht. Ich weiß, dass ich die Omi meiden werde. Wenn sie etwas benötigt, werde ich ihr auch helfen. Aber mehr möchte ich nicht mit ihr zu tun haben. Einen Kaffee würde ich beispielsweise verweigern. Klingt das unlogisch? Inkonsequent? Ich bin echt ratlos…

Und dann telefoniere ich mit meiner Sis, die völlig aufgelöst ist. Eine Bekannte im Dorf hatte einen Schlaganfall. Bei der Untersuchung wurde festgestellt, dass sie voller Krebs sei. Puh…und da sieht man wieder, wie kostbar das Leben ist…jeder einzelne Moment. Ich sage es immer wieder: Mich nervt dies, ich ärgere mich über das – und dabei haben wir genau nur dieses eine Leben. Keiner kann mir sagen, ob es noch eines danach gibt. Also sollte ich mich mehr darauf fokussieren, was im Hier und Jetzt gut für mich ist. Ich möchte mehr wagen, mehr tun, was mir gut tut und weniger auf die ganzen Nörgelpitter hören. Die kann ich nicht ändern, sondern nur mich und meinen Umgang mit dem Leben. Ob ich dazu einer alten Omi den Marsch blasen sollte, ist fraglich. Viel zu oft laufe ich noch viel zu verkopft herum. Daran möchte ich arbeiten…und an manchem mehr…auch klare Kante zu zeigen, wobei ich das ja schon oft auch tu´. Nur bei Ömchen eben nicht. Das darf ich mir wohl auch noch angewöhnen, oder?
Na…ich schau´ mal, was das Wochenende noch so bringt. Erstmal feiere ich die positiven Dinge im Leben, wie: Ich habe abgenommen…ca. ein Kilo. Gut, es waren Haare, aber hallo?! So was zählt auch! In diesem Sinne: Immer schön kritisch bleiben.