Oh man, bin ich eine scheele Minka. Ich hetze mich heute Morgen ab, um schon einiges zu erledigen, bevor ich in die Skype-Konferenz muss. Es liegt vieles vor mir, das erledigt werden will. Und dann wähle ich mich ein – als Erste, wie fast immer, denn ich verabscheue Unpünktlichkeit. Und dann warte ich… und warte… und warte… und schaue nach: Uuuuuups, der Termin ist morgen, nicht heute. 😂 tja, ich sage ja: Mit Home Office verschwimmen mir die Tage. Ich bin eben keine 15 mehr – wobei es diese Altersgruppe am schwersten hat mit dieser Unterauslastung, die seit Monaten herrscht.

Ich arbeite also brav weiter, bis ich dann tatsächlich in eine Rücksprache muss. Und da nehme ich sie wahr – am Rande meines Blickfeldes. Da sitzt ein ekliges, fieses, schwarzes Etwas. Und da fällt es mir wieder ein: Die blöde Kuh kenne ich doch! Gestern Morgen saß sie direkt neben der Wohnzimmerlampe. Ich musste losfahren, weshalb ich diese dämliche Spinne angeschnauzt hatte, sie solle bis zu meiner Rückkehr verschwinden. Das hat sie dann ja auch getan. Nur um jetzt wieder angeschissen zu kommen?

Jetzt habe ich ein Problem: Ich muss mich auf das Gespräch konzentrieren, aber gleichzeitig muss ich die dusselige Kuh im Blick behalten. Und plötzlich klappt die ihre Beine aus. Alter!!! Wie groß ist dieses Drecksviech bitte schön??? Und dann krabbelt sie gemächlich los – in meine Richtung!!! Jenny lacht sich schlapp, weil ich quietsche. Sie seilt sich derweil zwei Zentimeter ab und gerät ins Trudeln. Ich glaube, ich muss mich übergeben! Aber dann bleibt die Olle wieder ruhig sitzen. Da soll mal einer schlau draus werden. Kritisch beäuge ich sie. Sowie das Skype-Meeting rum ist, stehe ich auf und laufe,  wie der Blitz, unter der Spinne her und aus dem Zimmer raus. Kennt Ihr das, wenn Ihr am ganzen Körper Gänsehaut bekommt, weil Ihr Euch so ekelt? Genauso sieht das gerade bei mir aus. Mit Todesverachtung sauge ich das Viech weg… und habe prompt ein schlechtes Gewissen. Vielleicht warten irgendwo ihre Kinder auf  sie?Bääääh! Die Vorstellung verursacht noch mehr Gänsehaut.

Wer mir jetzt weismachen möchte, dass die Viecher aus Staubsaugern rauskrabbeln können: 1. geht das nicht, 2. sauge ich danach noch ein paar Minuten zur Sicherheit weiter und 3. kippe ich den Inhalt danach sofort ins Klo. Die Spülung betätige ich auch sofort, also ist sie schwuppdiwupp übern Jordan und vermutlich gerade im Hades angekommen. Also alles wieder gut. Aber ich schüttel‘ mich jetzt noch bei dem Gedanken daran, wie die ihre Gräten ausfahren konnte. Für so was brauche ich echt dringend einen Mann.

Apropos Mann: Ja, mein Lieblingsthema Heinz. Ich hab ja nun einiges zu tun, weshalb ich auf seine von ihm so angepriesene Marktplatz-Unterlagen zugreifen möchte. Die gibt es aber nirgends. Dann frage ich bei den Studis nach, die ja eh alles für ihn erledigen müssen. Lieb, wie sie sind, wollen sie mir Fotos davon zuschicken. Ääääh… aber wo sind denn die Dateien dazu? Ich bin wohl nicht die Einzige, die danach sucht. Auch andere hätten diese gerne. Tjaaaaaaa, das seien Folien aus der PowerPoint-Präse, die andere zu dem Thema erstellt hatten. Und – kein Witz – er hat nicht mal ein einziges Wort davon geändert. Seine Anweisung an die Studis war klar: „Nehmt die Präsentation her, sucht zu den sechs Punkten je zwei Folien heraus und druckt sie in DIN A3 aus.“ Das war sein Beitrag! Und er preist lautstark seine Arbeit zu diesem Thema an. Hä? Ich bin… fassungslos. Der Auftrag war, die neue Methode adressdatengerecht aufzubereiten, da das Bestehende bei uns schon nicht gut angekommen ist. Und das ist das Ergebnis??? Kennt Ihr das: „Wenn das die Lösung sein soll, hätte ich gern mein Problem zurück!“? So fühle ich mich gerade.

Und dann ruft mein Chef an. Ich melde mich… einmal, zweimal… rufe „Hallooooooo?“, und irgendwann antwortet er dann auch. Ich frage noch, was ich für ihn tun könne? „Ääääh, hob i di o’ruffe?“ Jepp. War wohl ein Versehen. Immer noch auf 2.000 Volt, frage ich ihn, ob er den sogenannten Marktplatz gesehen hätte? Jo, hat er. Ohne etwas zu sagen, meint er dann: „Jo, der Heinz hot des von die (ich liebe die bayrische Grammatik) Folien von dema Fuzzie g’nomme.“ Und da haut’s mir fast das Blech weg! Er weiß es – und findet es voll ok. Hä? Er merkt mein Zögern und schiebt hinterher: „Jo, i woas scho, des Du oan and’ren Anspruch host.“ Es fällt mir aus dem Gesicht, bevor ich nachdenken kann: „Streich ‚anderen‘. Ich habe überhaupt einen Anspruch!“ Richtig, Diplomatie ist nicht meins. Ja, aber Heinz hätte doch seinen Auftrag erfüllt. Der Auftrag sei also lediglich ein Druckauftrag gewesen? Ja, nein, so könnte man das jetzt nicht sagen, aber… „Ok, ich habe dann noch einige Stunden Arbeit vor mir, werde aber natürlich nur sieben angeben.“ Gnädig kommt die Antwort, dass er nichts dagegen hätte. Ich dürfe ruhig Überstunden machen, ohne diese anzugeben. So sehen echte Führungskräfte aus. Juchuuu, da geht’s mir doch gleich besser.

Und so arbeite ich von sieben bis neunzehn Uhr, mache gerade mal zehn Minuten Pause und registriere einmal mehr, wie dringend ich im nächsten Jahr nach meiner Prüfung etwas tun muss, was mich innerlich befriedigt. Denn auf Dauer werde ich so nicht glücklich. Gut, die Spinne jetzt auch nicht mehr, weshalb man wohl auch von miesem Karma sprechen kann. Aber mal ehrlich: Normal ist das doch nicht – oder laufen meine Rädchen im Kopf nicht rund???

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