Es gibt Dinge, die sich mir nicht erschließen. Eine dieser Dinge ist das Verhalten von manchen Staatsoberhäuptern. In einer Demokratie sind diese gewählt, um dem Volk zu dienen. Sie sollen Vorbildfunktion haben und sich an die Gesetze halten. Nun haben wir so ein Exemplar in den USA sitzen, das sich so gar nicht als Diener empfindet, sondern sich wie ein Arschloch aufführt. Wieso wird da nichts unternommen? Als er gewählt worden ist – was ich immer noch eine Farce finde – hat man ihm keine Steine in den Weg gelegt. Wie kann es da nun angehen, dass dem niemand einfach mal gepflegt die Fresse poliert? Ja, ich propagiere immer, es gelte Stärken zu stärken. Und ja, Gewalt ist auch keine Lösung. Aber es gibt Grenzen. Und gerade habe ich immer mehr die Befürchtung, dass dieses Verhalten abfärbt. Das ist bei den Demonstrationen in Deutschland nicht anders. Diese Leute schreien, sie seien entmündigt, man würde ihnen ihre Recht klauen, setzen aber alle Mittel, die ihnen die Demokratie bietet, bis zum Äußersten um. Und wozu? Um genau die Demokratie mit Füßen zu treten. Das ist doch keine Meinungsfreiheit mehr, sondern Hetze der schlimmsten Sorte. Wo kommen wir denn da hin? Es wird immer abgefahrener und verrückter. Daher sollte man aus meiner Sicht echt mal ein paar Exempel statuieren.
Nein, ich bin immer noch nicht für Gewalt. Aber einen Anfang entdecke ich bei den Urteilen gegen die Jugendlichen, die vorsätzlich Polizisten attackiert haben. Sie haben eine Gefängnisstrafe erhalten. Ja, auch da gehört nachgebessert, keine Frage. Menschen, die noch nicht völlig kriminell sind, werden es spätestens doch leider oft. Aber das härtere Durchgreifen, wenn Menschen so brachial gegen die Justiz oder auch andere Menschen vorgehen, begrüße ich sehr. Diese Fassungslosigkeit auf Seiten der Schläger zeigt ja deutlich, dass ihnen klar war, wie wenig Strafe sie zu erwarten hätten. Ich kann mich also überall hübsch wie eine offene Hose aufführen, um mich schlagen und Leute verletzen, aber habe nicht wirklich viel zu befürchten. Und dann gehen diese Leute in Berufung. Bei Körperverletzung, Totschlag, Vergewaltigung, Mord bin ich eindeutig dafür: Wer Revision einlegt, muss davon ausgehen, dass – wenn er scheitern sollte – er damit eine höhere Strafe riskiere. Ist beim Abitur ja auch so geregelt: Wenn ich es wiederholen möchte, weil die Note zu schlecht war, kann ich nach dem zweiten Versuch nicht das bessere Ergebnis rausziehen, sondern muss das letzte hinnehmen. Dann nimmt dieser Revisionszirkus von Leuten, die nicht einmal selbst dafür zahlen können, langsam auch mal ein anderes Maß an. Klingt hart, ist mir aber egal. Dieses Vorführen von allen, die öffentlich ihren Kopf für das Allgemeinwohl hinhalten müssen, geht mir echt auf den Zeiger. Da muss ich mich dann umgekehrt nicht wundern, wenn einige Polizisten radikaler werden.

Um auch was Sinnvolles zu tun, außer mich über das asoziale Verhalten einiger Menschen aufzuregen, bügle ich ein paar Sachen und putze dann endlich meine Fenster. Bei der Sonneneinstrahlung ist es schlichtweg nicht mehr möglich, den Dreck zu ignorieren. Sonst ist der November immer nur trübe und trist. Aber wenn meine Fenster aussehen wie Sau, dann strahlt die Sonne. Ich wittere eine Verschwörung! (Natürlich nicht!) So aufgeräumt möchte ich in die neue Woche starten. Die Zugangsdaten und meinen Voucher für meine Prüfung habe ich auch schon zugeschickt bekommen. Da muss ich nächste Woche noch einiges nacharbeiten, bevor ich dann die Online-Prüfung durchführen werde. Es stehen auch noch genügend andere Themen auf dem Programm, aber für mich ist der diesjährige Countdown längst gestartet. Das fühlt sich echt gut an.

Und dann erreicht mich ein Anruf eines Schätzchens aus Berlin. Er gehört in die Kategorie „ewiger Optimist mit direkter, ehrlicher Art“. Aber selbst er ist etwas angeschossen. Seine Schwester hat eine schlimme Krebsdiagnose erhalten. Der sonst so mit markigen Sprüchen Aufwartende sagt nur, wie deutlich ihm wieder einmal ist, wie endlich das Leben doch ist…und dass es einfach immer vorüber sein könne. Optimist ist er nach wie vor. Und doch ist er auch nachdenklich. Immerhin zitiert er seine kämpferische Schwester: „So leicht stirbt´s sich dann auch nicht.“ Wenn man bedenkt, was da alles auch dranhängt. Es sind – wie bei allen Erkrankungen – nicht nur die Kranken selbst, sondern auch das komplette Umfeld betroffen. Und jeder hat seine ganz eigene Art, damit umzugehen. Die einen powern sich anderweitig aus, um sich selbst abzulenken, andere machen sich rar und ziehen sich zurück…und dann gibt es noch diejenigen, die darüber reden müssen. Aber die Hilflosigkeit eint sie alle, was wohl das Schlimmste sein muss. In dem konkreten Fall rückt die Familie aber gut zusammen und unterstützt sich gegenseitig. Ich hoffe und wünsche mir so sehr, dass alles gut werden wird.

Als ich in die Küche schlendere, ist es schon dunkel. Umso heller strahlt die frische Außenbeleuchtung von meinem Nudisten-Nachbarn. Ich bin nahezu geblendet. Oppa hat sich mal so richtig ins Zeug gelegt. Es war zwar heute wieder strahlendes Wetter draußen, aber nicht so warm, als dass der Gute drüben wieder hätte blank ziehen können. Da hat er sich wohl kurzerhand etwas anderem mit völliger Hingabe widmen müssen. Es blinkt grün, blau und gelb. Naja, ich habe ja blickdichte Vorhänge im Schlafzimmer. Wenn er und seine Else es schön finden, ist das doch auch was Gutes. Jedem Tierchen sein Pläsierchen, gell? Solange niemand zu Schaden kommt.

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