Äääh, ich muss wohl mal was klarstellen: Ja, ich habe am Freitag einen Käsekuchen gebacken. Aber nein, es ist kein normal großer, sondern eine kleine Variante. Mein Neffe hat mich mit seiner Frage erst darauf gebracht. Er hat wirklich gedacht, ich hätte für meine Kollegin und mich einen ganzen Kuchen gebacken. Ok, ich liebe Käsekuchen, aber so bescheuert bin nicht mal ich! Einen ganzen, großen Käsekuchen…hallo?! Nee. Echt nicht. Was manche von Euch für eine Phantasie haben, ist schon erstaunlich.

Was ich gestern gelesen habe, mache ich heute mit Telefonieren wett. Tja, was kann ich dafür, nur über die klassischen Frauenhobbies zu verfügen? Und da Shopping gerade nicht geht, müssen eben die anderen Hobbies herhalten. Das hat dann gestern Abend/ Nacht solche Karpiolen geschlagen, dass ich erst gegen 2:35 Uhr meinen Kindle ausgeschaltet habe. Ich weiß, wie bescheuert das ist. Zumal ich damit ja auch meinen Rhythmus durcheinanderwirbele. Aber wenn ein Buch so gut ist, dann galoppieren da schon mal die Pferdchen mit mir durch. Ach ja, meine Sprünge in meiner Schüssel sind schon speziell.

Apropos Schüsseln: Meine Wohnung gefällt mir ja von Anfang an nicht. Es war eine Notlösung, da der Wohnungsmarkt einfach abartig ist. In dieser Notlösung wohne ich nun seit guten zweieinhalb Jahren. Zwischendurch denke ich dann immer mal wieder, ein Umzug sei einfch zu teuer – zumal ich ja ohnehin mit großer Wahrscheinlichkeit nicht in Bayern bleiben will. Nee, nicht wegen Söder. Hier fehlt einfach das Meer. Und irgendwie auch das Gefühl, angekommen zu sein. Die völlig überzogenen Mieten für einfache Buden tun ein Übriges dazu. Aber ein Umzug bedeutet auch an sich echt viel Kohle und wieder Kisten packen. Ein Umstand, auf den ich so wenig Lust habe, wie ich Fußpilz mag. Je länger ich dann auch noch nachdenke, wie viel Kram ich habe, der mich echt langsam immer mehr erdrückt, desto stärker wird das Gefühl, dass ich Ballast abwerfen will. Wie singen Silbermond noch gleich? „Es reist sich leichter mit leichtem Gepäck“. Ich mag das Lied nicht mal, aber den Sinn, finde ich gut. Nein, ich muss nicht sofort starten. Aber wenn Mitte März meine letzte Schulung vorüber ist, kann ich also mein neues Projekt starten: Was brauche ich wirklich, und was kann weg? Wenn ich überlege, wie viel Geschirr, Gläser und dergleichen noch von mir bei meiner Sis auf dem Speicher rumdümpeln, dann ist das schon krank. Aber der Knabe an der Quelle, war immer schon schwer beladen. Es ist soooo unendlich lange her, dass ich als Aushilfsjob in einem Porzellanladen gearbeitet und immer die tollsten Sachen angeschleppt habe. Mit 22 habe ich aufgehört, dort zu arbeiten. Das sind also mittlerweile 22 Jahre! 22 Jahre, in denen ich manche (viele) Dinge davon nie in Gebrauch hatte, weil sie das Prädikat „zu schade“ trugen. Oder weil sie keinen Platz gefunden haben. Puh!!! Die Tischdecken habe ich allein vier Mal mit umgezogen, bis ich sie Ende November in einem Anflug von „das muss weg“ aussortiert habe. Wer packt heute noch groß eine Tischdecke auf den Tisch? Und so dümpeln in dieser Wohnung Schüsseln, Tassen, Teller etc. herum, die ebentuell noch jemand gebrauchen kann, mir aber nur Platz wegnehmen. Muss ja nicht sein. Ich warte ja immer noch darauf, dass die vom Flüchtlingsheim eines Tages doch noch aus dem Pudding kommen. Dann würde ich da mal nachfragen. Das sind immerhin Menschen, die nahezu ihr gesamtes Hab und Gut hinter sich lassen mussten. Klingt nicht verkehrt, denen dann was abzugeben, oder? Auch Taschen. Ich war jetzt nie so eine Tussi, die tausend Tasche hatte, aber fünfzehn habe ich locker. Dabei sind nur drei davon regelmäßig in Nutzung. Gut, von Schuhen will ich nicht einmal anfangen. Da gibt´s sogar Exemplare, die ich noch nie getragen habe. Und ja, dieses Phänomen kennen die meisten Frauen. Aber normal ist das dennoch nicht. Es gibt diese schick-im-Sitzen-Schuhe. Doof nur, dass Du trotzdem bis zum Platz laufen musst. Und da tun sie schon aua, weshalb man sie einfach gar nicht trägt. Gut, jetzt könnte ich die ja in eine größere Tasche packen, auf flachen Schühchen zum Patz eiern und dann die unbequemen mit dem hohen Absatz anziehen. Aber dann muss ich immer noch zwischendurch zur Toilette. Ihr seht also, mit welchen Problemen wir Frauen uns herumschlagen müssen!
Was ich damit sagen will: Ich war immer schon ein Hamster. Nur nervt mich das gerade, weil in dieser Bude einfach alles viel zu beengt ist und das Hamstern über die Jahre den Berg zu sehr hat anwachsen lassen. Dabei sind es 52 qm, die ich hier zur Verfügung habe. Der druchschnittliche Platz für jeden Einzelnen liegt in Deutschland bei ca. 45 qm. Warum brauchen wir so viel? Schon pervers. Wir brauchen nur mal nach Italien, Spanien, Griechenland zu schielen. Da sind sie zu viert froh über diese Quadratmeter-Anzahl. Und wenn ich mal meine Hand aufs Herz lege: Ich besitze jede Menge Kram für „vielleicht irgendwann mal“-Momente, die ja doch nicht kommen. Die gab es die letzten 44 Jahre nicht. Wieso sollten sie nun auf einmal auftreten? Und sterbe ich, wenn ich dann beispielsweise keine Serviettenringe habe? Wohl kaum.
Der nächste Schritt wird es dann sein, alle Vorräte mal herunterzuwirtschaften. Ich habe Kerzen, die locker für 20 Winter reichen würden. Oder Gewürze. Oder Konserven. Könnte ja mal ein Krieg ausbrechen. Das habe ich so von Zuhause übernommen, aber es belastet eben auch ungemein. Spontan kannst Du mit so vollen Schränken und Schubläden nicht sein. Wie auch?

Ihr seht: Es ist nicht so, als könnte mir im Home Office so richtig langweilig werden. Es gibt genug zu tun. Also werde ich es Schritt für Schritt angehen…hoffentlich…also vielleicht…irgendwann einmal. Ach ja, verschieben wir es einfach auf morgen – in Anlehung an die einzigartige Scarlett O´Hara.

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