Es setzt sich so langsam. Aber echt nur sehr langsam. Noch bin ich gut beschäftigt. Und natürlich bin ich beim Einschlafen in der ersten Nacht nicht zur Ruhe gekommen und bin das Gespräch noch mehrfach durchgegangen. Es ist im Grunde wurscht. Und trotzdem. 🙂 Ja, genau…dieses „und trotzdem“ bezeichnet mich wohl am besten. Ich ärgere mich über mich selbst. Die Olle ist ja einerlei. Ich hätte es besser gekonnt. Und ja doch, ich weiß, dass das jetzt total egal ist. Und trotzdem geht es mir eben nicht aus dem Schädel raus. Letzte Nacht war es dann auch schon besser. Und trotzdem bin ich um kurz nach drei Uhr aufgewacht. Ich habe nicht an die Prüfung gedacht, habe dennoch über eine Stunde nicht einschlafen können. Sachen gibt´s…ich bin wohl einfach alt.

Heute Abend kommt eine Freundin mit ihrem Freund zu mir. Ich habe Sauerbraten gemacht. Und dazu gibt es natürlich auch einen Nachtisch. Mmmh, ich mag ja Nachtisch immer gerne. Die Zeit ist allerdings auch genau die richtige für so was. Denn so usselig und kalt es draußen gerade ist, so schön ist es drinnen. Ich mag diese Zeit, denn sie bringt mich innerlich runter. Heute Morgen war es ganz eigenartig. Ich dachte so: „Jetzt muss ich noch…ach nee, jetzt muss ich ja gerade mal gar nichts mehr! Wie geil ist das denn bitte schön?!“ An den Stellen merke ich dann, dass mein Gehirn hin und wieder dann doch mitkommt. Nur Untätigkeit ist mir nach wie vor ein Gräuel. (Hab noch mal nachgeschaut. Bis 1996 noch „Greuel“, danach dann Gräuel. Hihiii.) Also mache ich was? Richtig, ich haue nicht nur den Nachtisch für heute Abend zusammen, sondern backe noch Plätzchen. Und zwar Feenküsse. Lecker und gar nicht so schwer: Plätzchenteig als Unterlage, darauf ein Toffifee und obenauf eine Eischneekrone. Saulecker. 96 habe ich gemacht. Eins ist leider, leider verunglückt. Das musste ich dann schnell aufmampfen. Die anderen 95 nehme ich nächste Woche mit zu meiner Sis. Da hausen ja Keksmonster, die mir beim Essen garantiert ihre Hilfe anbieten.

Jo…und ansonsten weiß ich mich gerade nicht ganz zu lassen. Morgen bringe ich meine Bücher zu einer Bekannten, die im März Prüfung haben wird. Dann krame ich hier, um alles soweit klar zu bekommen, denn Montag kommen Handwerker ins Haus, die die Warmwasserzähler austauschen. Und wir müssen alle Zugänge dafür freimachen. Ja sicher, das mache ich doch gerne. Das heißt nur, das Spiegelschränkchen im Bad wieder mal komplett auszuräumen. Muss ich eh jeden Januar, weil sie den Zähler dann ablesen. Und da ich eine Frau bin, ist der Schrank natürlich auch voll. Ja, ich weiß, dass ich davon geschrieben habe, auch Sachen aussortiert zu haben. Aber wir Frauen sind ja Sammlerinnen. Entsprechend habe ich wieder gesammelt. Was soll ich sagen? Ich bin mir meiner Fehlleistung bewusst…und trotzdem bin ich eben eine Vollblutfrau.
Jetzt stellt sich nur die Frage, ob ich Montagabend noch gegen 17 Uhr losstarte gen Rheinland oder erst Dienstagmorgen. Ich bekomme dann ja immer Hummeln in de Futt, wenn ich heimdüsen kann. Aber dieses Mal werde ich es wohl wetterabhängig machen. Und irgendwie bin ich gar nicht so traurig, dass alles gerade wieder runtergefahren wird. Für die Gastro tut es mir sehr leid, klar. Für mich selber ist es allerdings eine gute Sache. So bin ich quasi gezwungen, ruhiger zu machen. Ich hoffe, meine Neffen haben sich innerlich schon drauf eingestellt, dass Tantchen akuten Kuschelbedarf hat. Dann werden wir Filmeabende/-nächte veranstalten, bei denen ich vermutlich einpenne, mich jedoch sauwohl fühle. Das kann Familie eben auch. Neben so Nettigkeiten, wie: „Du Sauaas“ zu sagen. Das war die Reaktion meiner Mutter auf meine bestandene Prüfung. Aber dieses Mal war es nicht böse gemeint, sondern schon auch stolz. Naja…Familie…nicht immer einfach, hm? Und trotzdem…Familie eben.

2 Kommentare

  1. Gut gemacht, Feuerdrache!
    Erfolgreich die Prüfung bestanden, eine Lektion von der Gesundheitsamtschefin gelernt, Augen nach vorn gerichtet und seit gestern „Wort des Jahres 2021“ – Chapeau!

    So ein bisschen tut sie mir ja leid, deine Familie, wenn sie deine entfesselten Energien jetzt kompensieren muss.
    Ein kleines Liedchen aus den power-Achtzigern auf deinen Weg, weil du gut mit Altem abgeschlossen hast und der Zauber des Neuen noch greifbar ist: https://www.youtube.com/watch?v=u2VhwVLkQjY Genieße mal die Zeit jetzt, denk an dich, vlG, vdL

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    1. Hey Herr von der Lahn,
      gerade sitze ich in meinem Zimmer bei meiner Sis und lausche dem Lied. Meine Sis näht dazu und freut sich mit mir, das alte Lied noch mal zu hören. Du siehst: Die Familie muss Dir nicht leid tun. 🙂
      Im Moment mache ich wirklich vor allem eins: Nichts bzw. Runterkommen. Ist gar nicht so schlecht.
      Ich hoffe, es geht Dir auch gut?!
      Genieß´ den Rest des Jahres, gönn´ Dir Pausen und Momente des Schwelgens.
      Liebe Grüße aus dem Rheinland,
      Claudia

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